09.02.13Beko BBL

Seite empfehlen
Drucken
Diese Seite teilen bei... 

Jan-Hendrik Jagla exklusiv: "Es gibt kein Abo auf Titel mehr"

Am Sonntag empfangen die Basketballer des FC Bayern München Ligarivale Alba Berlin zum Topspiel des 22. Spieltags (verfolgt die Partie ab 13 Uhr live bei kabel eins und im Livestream auf ran.de). Nach dem Sensationssieg im Pokalspiel in Bamberg wollen die Bayern gegen Alba Revanche für die klare Hinspielniederlage in Berlin nehmen und ihre Heimserie von sechs Siegen in Folge ausbauen. ran.de sprach im Vorfeld der Partie mit Bayern-Center Jan-Hendrik Jagla über den Sieg in Bamberg, den kommenden Gegner, Trainer Svetislav Pesic und die Ziele des FC Bayern München.

Spielt seit 2011 für den FC Bayern München: Jan Jagla
Spielt seit 2011 für den FC Bayern München: Jan Jagla © Getty

ran.de: Der FC Bayern hat erstmals beim großen Konkurrenten Brose Baskets Bamberg gewonnen. Was bedeutet Ihnen der Sieg gegen den deutschen Abonnement-Meister?

Jan-Hendrik Jagla: Das war ein toller Sieg und eine Wahnsinns-Leistung der gesamten Mannschaft. Jeder hat seinen Teil beigetragen und in der Defense haben wir wahnsinnig gearbeitet. Bamberg hat dennoch in der zweiten Halbzeit bewiesen, dass sie eine klasse Mannschaft sind. Ich denke, dieser Sieg hat allen in Deutschland gezeigt, dass diese Liga noch näher zusammen gerückt ist und es kein Abo mehr auf Titel gibt. Es gibt mehrere Mannschaften, die in diesem Jahr ganz oben landen können. Nach dem Sieg in Bamberg gibt es keinen Favoriten mehr. Ich freue mich jetzt schon auf die Playoffs und das Pokal Top Four.

ran.de: Sie und der FC Bayern München befinden sich derzeit in einer richtig guten Verfassung. Der kommende Gegner Alba Berlin schwächelt dagegen. Ist der FC Bayern aufgrund der Ergebnisse der vergangenen Wochen daher jetzt in der Favoritenrolle gegen Alba?

Jagla: Nein, ich denke nicht. Ich glaube, dass Alba eine sehr starke Mannschaft besitzt und in den vergangenen Monaten gezeigt hat, dass sie gut als Team funktionieren. Zwar haben die Berliner immer mal wieder eine kleine Durststrecke, doch das ist damit zu begründen, dass die Euroleague natürlich sehr anstrengend und der Kader dafür in der Breite noch ein wenig zu klein ist. Denn wenn man so in Anspruch genommen wird, dann benötigt man noch mehr Leute zum Rotieren. Ich glaube aber, dass Alba gegen uns absolut motiviert sein wird. Das Hinspiel war mit eine der besten Partien, die Alba in dieser Saison absolviert hat. Deshalb gehe ich davon aus, dass die Berliner mit einer hervorragenden Truppe hier antreten werden.

ran.de: Sie sprechen das Hinspiel in Berlin an. Haben Sie die richtigen Schlüsse aus dieser Niederlage ziehen können?

Jagla: Man hat in den folgenden Partien schon gesehen, dass wir die richtigen Schlüsse daraus gezogen und uns weiterentwickelt haben. Die Mannschaft spielt heute einen ganz anderen Basketball. Inwiefern wir uns taktisch darauf einstellen, weiß ich noch nicht. Am Freitag beginnt die Vorbereitung auf Berlin. Ich denke, dass Berlin heute eine andere Mannschaft ist, genauso wie wir. Auch im Hinspiel haben wir nicht immer schlecht gespielt. Zudem ergibt sich durch den Heimvorteil eine ganz andere Situation.

ran.de: Zuletzt gab es im Audi Dome sechs Siege in Folge. Was wird entscheidend sein, um diese Heimserie auszubauen?

Jagla: Wichtig wird sein, aggressiven Basketball zu spielen und Alba unseren Basketball aufzuzwingen. Wir müssen sie früh stören und in der Defensive gut stehen. Schnelles Umschalten und Zurücklaufen wird wichtig sein. Zudem werden auch die Fans helfen, dass wir auch den Sieg nach Hause fahren können.

ran.de: Vor zwei Monaten hat Svetislav Pesic den FC Bayern übernommen. Inwieweit ist der Erfolg der Mannschaft der Verdienst vom Trainer?

Jagla: Ich glaube, dass ist relativ eindeutig. Es hat sich einiges getan und verändert. Wenn man sieht, wie viele Spiele wir jetzt gewonnen haben, bei nur zwei Niederlagen, dann würde ich sagen, dass dies natürlich ein großer Verdienst des Trainers ist. Er hat sehr viele Dinge verändert und sehr viele Automatismen hereingebracht, die einfach sehr wichtig für unsere Mannschaft sind. Dass wir gute Spieler haben, war von Anfang an klar, aber der Zusammenhalt der Mannschaft ist heute schon ein anderer. In der Defensive sind wir jetzt an einem Punkt angekommen, an dem jeder für den anderen kämpft, genauso wie es sich der Trainer vorstellt. Natürlich ist unser Spiel noch ausbaufähig und unseren besten Basketball werden wir erst im Mai oder Juni spielen. Es ist aber ganz klar, dass wir dem Trainer sehr viel zu verdanken haben.

ran.de: Welchen Anteil hat er an Ihrer persönlichen Leistungssteigerung?

Jagla: Ich glaube, dass jeder Spieler besser geworden ist, weil er das Vertrauen vom Trainer spürt. Jeder wird in Situationen gebracht, wo er erfolgreich sein kann. Ich glaube, das hat mir und auch vielen anderen Spielern gut getan. Auch wenn man mal einen Fehler macht, hat man trotzdem das Vertrauen des Trainers.

Die Highlights der Basketball Euro League

ran.de: Sie haben in ihrer Karriere schon unter einigen Trainer gespielt. Im vergangenen Jahr schlossen Sie mit der Nationalmannschaft unter Pesic die EM-Qualifikation erfolgreich ab. Was macht Ihrer Meinung nach Svetislav Pesic einzigartig?

Jagla: Ich habe bei allen Trainern mit denen ich gearbeitet habe noch nie so im Detail gearbeitet wie unter Pesic. An jeder Einzelheit, die manche Spieler oder auch Trainer einfach übersehen, wird gearbeitet. Hier wird von vorne bis hinten in akribischer Kleinstarbeit jedes Detail ausgearbeitet. Das ist das, was letztendlich den Erfolg bringt. Wenn man im Profi-Basketball ganz oben dabei ist, dann sind es die kleinen Nuancen, die den Unterschied ausmachen.

ran.de: Haben Sie ein Beispiel parat?

Jagla: Bei einem einfachen Block etwa, den man schon hundert Mal gestellt hat, schaut er ganz genau hin und kontrolliert, ob die Feinabstimmung passt. Das sind die Sachen, die am Ende den Ausschlag geben, warum die Mannschaft einfach besser ist. Dass wir und auch alle Mannschaften in der Bundesliga Basketball spielen können ist klar. Aber wie man als Mannschaft mit dieser absoluten Feinabstimmung dann auch mal den Unterschied ausmachen und 15 bis 20 Punkte besser sein kann, ist unglaublich.

ran.de: Würden Sie ihn als Ihren "Lieblingstrainer" bezeichnen?

Jagla: Das ist schwer zu sagen. Ich habe eine Menge gute Trainer in meiner Karriere gehabt. Jeder hat unterschiedlich gute Sachen dabei gehabt. Aber er zählt auf jeden Fall zu meinen Favoriten.

ran.de: Es sind für den FC Bayern noch 13 Spiele bis zu den Play-Offs. Platz 2 ist hart umkämpft und muss angesichts der derzeitigen Situation auch Ihr Ziel sein, oder?

Jagla: Der FC Bayern sowie wir als Mannschaft haben hohe Ziele. Der zweite Platz ist auf jeden Fall ein Ziel, welches man anvisieren sollte. Ob es am Ende klappt oder nicht, ist nicht das Entscheidende. In den Playoffs werden die Karten neu gemischt. Je länger man den Heimvorteil auf seiner Seite hat, desto besser ist es. Dafür wäre der zweite Platz schon enorm wichtig.

ran.de: Welche Ziele haben Sie mit dem FC Bayern für die Playoffs?

Jagla: Der FC Bayern ist ein Verein, der immer sehr hohe Ziele hat, der sich eigentlich nur an Siegen und Meisterschaften misst. Dadurch will ich nicht sagen, dass man in der zweiten Bundesliga-Saison Meister werden muss. Mit dieser Mannschaft und diesem Verein müssen wir aber auf jeden Fall auf diesen Erfolg schielen. Ob es dieses Jahr klappt, ist eine andere Frage. Wenn man eine der drei bis fünf besten Mannschaften der Bundesliga ist, dann muss man auch darüber reden, dass man Meister werden will. Zweite Plätze setzt man sich nicht als Ziel.

ran.de: Ihr Vertrag beim FC Bayern läuft in diesem Jahr aus. Hat es bereits Gespräche mit den Verantwortlichen gegeben?

Jagla: Nein, beim Basketball läuft es ein bisschen anders als beim Fußball. Im Basketball ist es oft so, dass erst die Saison zu Ende gespielt wird und man sich dann Gedanken darüber macht, wie es weitergeht. Von daher gab es bislang noch keine großartigen Gespräche. Man wird sehen was die Zukunft bringt.

© ran.de / Sebastian Richly

Sponsored Links

Ähnliche Artikel

Bundesliga
Der komplette Spielplan der Beko Basketball Bundesliga zur Saison 2012/13

Die Playoff-Ergebnisse im Überblick

Der komplette Spielplan der Beko Basketball Bundesliga: Alle Begegnungen und Ergebnisse der Saison 2012/2013 im Überblick. 
Bundesliga
Wechselt nach Bayreuth: Philipp Heyden

Heyden kehrt nach Bayreuth zurück

Der BBC Bayreuth vermeldet den ersten Neuzugang für die kommende Saison. Nach zwei Jahren kehrt der 24 Jahre alte Center Phillipp Heyden zurück. 
Bundesliga
Oldenburg jubelt nach dem Einzug ins Halbfinale

Oldenburg komplettiert Halbfinale

Basketball-Bundesligist EWE Baskets Oldenburg hat sich den letzten Platz im Play-off-Halbfinale gesichert. 

Trailer

BBL live bei kabel eins und auf ran.de
Die Dreharbeiten zum BBL-Trailer

kabel eins und ran.de übertragen Top-Spiele

Verfolgt die Basketballer des FC Bayern live
ran auf Facebook
Diese Seite teilen bei...
http://www.webnews.de/einstellen?url=
http://www.favoriten.de/url-hinzufuegen.html?bm_url=
http://www.facebook.com/sharer.php?u=
http://del.icio.us/post?url=
http://www.google.com/bookmarks/mark?op=edit&bkmk=
http://digg.com/submit?phase=2&url=
http://twitter.com/home/?status=
http://my.live.com/?s=1&add=
http://www.myspace.com/Modules/PostTo/Pages/?u=
http://www.bebo.com/PleaseSignIn.jsp?Page=c/share&Url=
http://www.mister-wong.de/index.php?action=addurl&bm_url=
https://friendfeed.com/account/login?url=
http://www.linkedin.com/shareArticle?mini=true&url=
http://www.netvibes.com/signin?url=
http://myweb2.search.yahoo.com/myresults/bookmarklet?u=
http://linkarena.com/bookmarks/addlink/?url=
http://blinklist.com/index.php?Action=Blink/addblink.php&Url=
http://technorati.com/faves?add=
http://www.newsvine.com/_wine/save?popoff=1&u=