02.03.13Beko BBL

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Pesic über Pesic: "Gesprochen wird im März"

Vor dem Topspiel der Beko BBL zwischen dem FC Bayern und den Brose Baskets Bamberg (Sonntag ab 13 Uhr im Livestream auf ran.de und bei kabel eins) spricht Bayerns Geschäftsführer Marko Pesic im Exklusiv-Interview mit ran.de über die schwierige Aufgabe gegen den Tabellenführer, die Vertragsverlängerung von Vater und Trainer Svetislav Pesic und die Vorherrschaft in der der BBL.

Familie Pesic hat derzeit gut lachen. Im März will Sportdirektor Marko die Vertragsdetails mit Trainer Svetislav beim FC Bayern klären
Familie Pesic hat derzeit gut lachen. Im März will Sportdirektor Marko die Vertragsdetails mit Trainer Svetislav beim FC Bayern klären © Imago

ran.de: Herr Pesic, haben sie die Niederlage gegen Bremerhaven schon verdaut?

Marko Pesic: Es ist sicherlich ärgerlich, aber der Alltag hat uns schon wieder eingeholt und wir bereiten uns schon auf das nächste Spiel vor. Aber es war auf jeden Fall eine Niederlage, die weh tut und nicht nötig war. Insgesamt war es ein unkonzentrierter Auftritt, vor allem in den letzten fünf Minuten. Aber wir haben jetzt zwei Tage Zeit gehabt, die Pleite zu analysieren, jetzt schauen wir nach vorne.

ran.de: Am Sonntag ist der Tabellenführer im Audi-Dome zu Gast (ab 13 Uhr im Livestream und bei kabel eins). Haben sie nach der Leistung gegen Bremerhaven Angst vor den Brose Baskets?

Pesic: Wir haben keine Angst vor Bamberg, wir spielen zu Hause. Aber wir haben großen Respekt vor dem Meister, der nach der Niederlage im Pokal besonders motiviert sein wird. Wir müssen uns konzentrieren und richtig gut vorbereiten, dann werden wir versuchen, das Spiel zu gewinnen.

ran.de: Wird es nach dem Sieg im Pokal umso schwerer, die Bamberger ein zweites Mal zu schlagen?

Pesic: Sehr wenige Teams schaffen es, Bamberg mehrmals in einer Saison zu schlagen. Die Aufgabe ist also von sich aus schon schwierig, aber wir nehmen die Herausforderung an. Natürlich haben wir auch Argumente, dass wir Bamberg schlagen können, aber sie werden mit Sicherheit motiviert sein.

ran.de: Es ist auch das Duell Erster gegen Zweiter. Was erwarten sie von diesem Spitzenspiel?

Pesic: Die Partie gegen Bamberg wird sicherlich auf einem ganz hohen Niveau gespielt. Deswegen ist es ganz klar, dass es kein Spaziergang wird.

ran.de: Ist es ein Vorteil für ihre Mannschaft, dass Bamberg in dieser Woche gleich dreimal antreten muss (Montag gegen Ludwigsburg, Donnerstag gegen Real Madrid)?

Pesic: Überhaupt nicht. Dieser Verein ist es gewohnt, mehrere Spiele in einer Woche zu spielen. Das machen sie schon seit drei Jahren. Diesen Rhythmus kennen sie. Ich glaube, ihnen würde sogar etwas fehlen, wenn sie zu wenig Spiele hätten.

ran.de: Was muss ihr Team machen, um Bamberg ein zweites Mal innerhalb weniger Wochen zu besiegen?

Pesic: Durch die Unterstützung unserer Fans ist die Voraussetzung auf eine gute Leistung auf jeden Fall gegeben. Wir müssen über 40 Minuten unseren Spielplan einhalten und die Konzentration auf höchstem Level halten. Vor allem gegen eine Mannschaft wie Bamberg, bei der jeder Spieler sehr gefährlich ist, ist das äußerst wichtig.

ran.de: Bamberg hat Platz eins in der Liga nahezu sicher. Dahinter kämpfen mit Bayern, Ulm, Berlin und Oldenburg einige Teams um den zweiten Platz. Wie wichtig wäre Platz zwei mit Hinblick auf die Playoffs?

Pesic: Platz zwei wäre perfekt, denn dann hätten wir in der ersten und zweiten Playoff-Runde Heimvorteil. Das wäre also ein optimales Ergebnis für uns, aber es sind noch zehn Spiele zu spielen, da kann noch sehr viel passieren. Wir haben jetzt gegen Bremerhaven ein Spiel liegen lassen, das war unnötig. Jetzt müssen wir zusehen, dass wir gegen Bamberg gewinnen.

ran.de: Haben sie schon einen Wunschgegner für die Playoffs?

Pesic: Nein, das liegt noch zu weit in der Zukunft.

ran.de: Wer sind die härtesten Konkurrenten auf dem Weg zu den Titeln? In Pokal und Meisterschaft?

Pesic: Im Pokal haben wir erst mal nur einen Gegner und das ist Alba Berlin. Über die Meisterschaft rede ich jetzt noch überhaupt nicht, weil wir erst einmal gut in die Playoffs kommen müssen. Aber die Playoffs sind, wie gesagt, noch weit entfernt.

ran.de: Sind die Bayern reif für einen Titel?

Pesic: Das kann ich nicht sagen, weil wir noch zu unkonstant spielen. Wenn wir in den Playoffs sind, kann man vielleicht darüber sprechen.

ran.de: Im Jahr 2013 hat der FC Bayern Alba Berlin und Bamberg bereits geschlagen. Ist das schon die Wachablösung in der Beko BBL gewesen?

Pesic: Nein. Wir haben zwei Spiele gewonnen - mehr nicht. Die Wachablösung kommt erst, wenn wir ein oder zwei Titel geholt haben. Wir sind noch sehr weit davon entfernt, eine Wachablösung auszurufen.

ran.de: In diesem Jahr haben es mit Alba und Bamberg gleich zwei Vereine in die Top16 Europa geschafft - Ulm ins Viertelfinale des Eurocup. Ein gutes Zeichen für die BBL?

Pesic: Was diese Mannschaften in Europa auf die Beine gestellt haben, ist hervorragend. Das zeigt auch viel über die Entwicklung der Qualität der Bundesliga. Ich hoffe, dass auch der FC Bayern in den nächsten Jahren an die internationalen Erfolge anknüpfen kann.

ran.de: Hätten sie gedacht, dass es so schwer wird für die beiden Teams?

Pesic: Es geht gegen die besten Mannschaften in Europa und da muss man auch Glück haben. Alba und Bamberg waren einige Male dran am Sieg und hatten dann Pech.

ran.de: Was fehlt den deutschen Mannschaften noch im internationalen Vergleich, um das nötige Glück vielleicht auch zu erzwingen?

Pesic: Es fehlt sicherlich die Erfahrung auf diesem Level, weil wir sehr lange keine Mannschaft mehr in den Top16 hatten. Aber das wird sich in den nächsten Jahren ändern, da bin ich mir hundertprozentig sicher. Die Qualität ist augenscheinlich da, sonst hätte man es gar nicht soweit geschafft.

Die Highlights der Basketball Euro League

ran.de: Wie sehen die Planungen für die kommende Saison aus? Haben sie sich schon Verstärkungen umgeschaut - auch im Hinblick auf ein Engagement in Europa?

Pesic: Natürlich denkt man darüber nach und plant. Aber wir haben noch keine konkreten Planungen für die kommende Saison angefangen. Die werden wir zu gegebener Zeit machen. Jetzt wollen wir aber all unsere Kraft einsetzen, um der Mannschaft zu helfen.

ran.de: Ein wichtiger Baustein für die Zukunft ist auch Trainer Svetislav Pesic, dessen Vertrag nur bis Sommer läuft. Gibt es da schon etwas Neues, wird der Kontrakt verlängert?

Pesic: Wir werden uns in den nächsten Wochen, also Anfang März zusammensetzen und Gespräche führen. Es ist ganz klar, dass das eine Priorität ist. Bislang haben wir noch nicht mit ihm gesprochen. Natürlich sind wir mit der Entwicklung der vergangenen drei Monate zufrieden. Aber man muss sehen, welche Vorstellungen und Ideen er hat. Im Moment sehe ich keinen Grund, wieso man da unterschiedlicher Meinung sein sollte.

ran.de: Sie haben in ihrer Zeit bei Alba Berlin schon unter ihrem Vater gearbeitet. Wie ist es, jetzt der Chef zu sein?

Pesic: Die Art und Weise, wie wir zusammenarbeiten, hat sich auf jeden Fall geändert. Als er in Berlin mein Trainer war, haben wir uns jeden Tag gesehen. Jetzt sehen wir uns weniger. Er hat seine Aufgaben mit der Mannschaft, damit hat er genug zu tun. Ich bin, wie der gesamte Verein, dazu da, ihn zu unterstützen. Allgemein ist es keine gute Idee, wenn man Leuten immer sagt, wer der Chef ist. Vor allem nicht einem Trainer, der freie Hand haben muss bei seiner Arbeit.

ran.de: Nächste Woche feiert ihr Vater seinen 100. Arbeitstag beim FC Bayern. Bislang ist eigentlich alles nach Plan gelaufen, drei Niederlagen stehen elf Siegen im Verhältnis. Haben sie Angst vor einer Situation wo es vielleicht einmal nicht so läuft, auch im Hinblick auf das besondere Verhältnis zur ihrem Vater?

Pesic: Ich habe generell keine Angst und denke auch, dass das wenig mit Angst zu tun hat. Ich bin mein gesamtes Leben im Sport, genauso wie er. Da gibt es einfach verschiedene Mechanismen, die greifen, wenn es funktioniert oder eben nicht.

ran.de: Hat sich das Verhältnis Vater-Sohn in den vergangenen Monaten verändert?

Pesic: Nein, da gibt es auch überhaupt keinen Grund dafür.

© ran.de / Andreas Günthner

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