München - "Der Kampf gegen Soliman, war ein Ausscheidungskampf für eine WM. Bin gespannt, was die IBF entscheidet", twitterte Felix Sturm am Sonntag, nachdem Solimans positiver Dopingbefund veröffentlicht wurde (Video: Dopingvorwürfe gegen Sam Soliman). Aus seiner Sicht könne es freilich "nur eine Entscheidung geben! No Contest und Sturm vs. Geale Part 2!"
Vergleichsfall Axel Schulz
Sturm war im September als WBA-Mittelgewichts-Weltmeister entthront worden, als er den Vereinigungskampf gegen den australischen IBF-Champion Daniel Geale mit 1:2-Punktrichterstimmen verlor. Im Ausscheidungskampf im Februar sollte sich der 33-Jährige deshalb gegen Sam Soliman das Recht auf eine Revanche erkämpfen. Doch Sturm verlor erneut - diesmal nach einem äußerst umstrittenen Urteil der Punktrichter (hier geht's zum Video).
Sollte dieser Kampf nun nachträglich annulliert werden, könnte Sturm als Pflichtherausforderer gegen Geale antreten. "Es wäre am gerechtesten, wenn Sturm eine neue Chance auf einen Herausforderungskampf erhält. Der Fall ist mit dem von Axel Schulz und Francois Botha seinerzeit vergleichbar", sagte Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer. Ex-Profi Schulz hatte 1995 einen Titelkampf gegen Botha verloren. Das Ergebnis war nachträglich annulliert worden, nachdem der Südafrikaner des Dopings überführt worden war.
Sturm: "Hör auf, die Leute zu belügen!"
Im Fall von Sam Soliman haben NADA und WADA mittlerweile das Ergebnis der A-Probe bestätigt. "Es handelt sich um die Urinprobe, die Soliman nach dem Kampf gegen Felix Sturm entnommen wurde. Es wurde eine Einnahme einer Designerdroge nachgewiesen. Möglicherweise erklärt dies auch, weshalb Soliman mit 39 Jahren über eine solche Kondition verfügen konnte. Ich bin schockiert und habe die Weltverbände bereits informiert", so Pütz.
Soliman reagierte geschockt auf die Nachricht. "Die Dopinganschuldigungen sind kompletter Blödsinn und eine Beleidigung", twitterte der 39-Jährige. Sein Manager David Stanley wies die Anschuldigungen ebenfalls als unbegründet zurück. "Das ist ein Akt absoluter Verzweiflung", sagte er.
Sturm ist dagegen von der Schuld seines Kontrahenten überzeugt. "Come on Sam Soliman, hör auf, die Leute zu belügen, und erspar dir die Öffnung der B-Probe", twitterte er.
Sturm: "Alle meine Test waren negativ"
Als Indiz für eine bewusste Manipulation des Australiers berichtet Sturm von einem Dopingspezialisten in Solimans Betreuerstab: "Die hatten einen eigenen Arzt dabei, der nur für Doping und Dopingproben zuständig war. Jetzt weiß ich auch, warum. Warum kommt sein Arzt aus Thailand??? Warum nicht aus der Heimatstadt von Soliman, oder aus Australien???", so Sturm auf seinem Twitteraccount.
Er selbst sei vor dem Kampf auf Betreiben des Soliman-Lagers gleich mehrfach getestet worden. Die Proben allerdings waren alle negativ: "Alle meine Tests, die ich abgeben habe, waren sauber - in meiner ganzen Karriere. Blut und Urin stelle ich zu Forschungszwecken immer der NADA zur Verfügung."
























