11.12.12Eishockey

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Jochen Hecht beißt an: DEL-Rückkehr zu den Adler Mannheim

Jochen Hecht ließ sich ein paar Wochen Zeit, doch dann folgte er doch dem Ruf aus der Heimat. Der verlorene Sohn kehrt zu den Mannheimer Adlern zurück. "Ich will endlich wieder Eishockey spielen. Ich freue mich, wenn es wieder losgeht", sagte der 35-Jährige, der am Dienstag auf dem Frankfurter Flughafen landete.

Jochen Hecht spielt künftig wieder im Trikot der Adler Mannheim
Jochen Hecht spielt künftig wieder im Trikot der Adler Mannheim © getty

Mannheim - Der Arbeitskampf in der NHL macht's möglich: 14 Jahre nachdem der Stürmer nach Amerika auswanderte, spielt er wieder für seinen Stammklub.

Noch sind einige Formalitäten zu klären. "Sobald das erledigt ist, trage ich wieder das Mannheimer Trikot", kündigte Hecht an. Der Ex-Nationalspieler kam alleine zurück: Ehefrau Christine und die beiden Kinder, die in den USA zur Schule gehen, sind in der Wahlheimat Buffalo geblieben. Sein Adler-Comeback könnte er schon am Sonntag gegen den ERC Ingolstadt geben.

Jochen Hecht ist Mannheims vierter NHL-Spieler

Hecht folgt den NHL-Profis Dennis Seidenberg, Marcel Goc und Jason Pominville, die schon vor Wochen zum deutschen Vizemeister wechselten. Da ein Ende des Tarifstreits in Nordamerika weiterhin nicht in Sicht ist, entschloss sich auch Hecht zum Umzug. "Es sieht so aus, als ob der Lockout noch länger dauert", sagte der gebürtige Mannheimer, der bislang mit mehreren Spielern der Buffalo Sabres eine Halle fürs Training angemietet hatte.

Dass die Lust auf Eishockey bei Hecht besonders groß ist, verwundert nicht. Seit Januar hat er kein Spiel mehr absolviert, weil ihn ein Check von T.J. Oshie zum x-ten Mal aus der Bahn geworfen hatte. Nach drei Gehirnerschütterungen und einem Bandscheibenvorfall innerhalb eines Jahres dachte der 35-Jährige schon ans Karriereende. "Ich dachte schon, das war's", sagte er damals.

Schon den Beginn der letzten Saison mit einem Testspiel seiner Sabres in Mannheim hatte er wegen den Folgen einer Gehirnerschütterung verpasst. Inzwischen gaben die Ärzte grünes Licht.

"Wir dürfen keine Wunderdinge von heute auf morgen erwarten"

Mannheims Klubchef Daniel Hopp empfing Hecht am Dienstagmittag in Frankfurt, dämpfte aber gleich die Erwartungen. "Wir dürfen keine Wunderdinge von heute auf morgen erwarten", sagte er. Wie lange der verlorene Sohn in Mannheim bleibt, hängt nicht nur von den Verhandlungen in der NHL ab. Sein Vertrag in Buffalo ist im Sommer ausgelaufen.

Bei den Adlern unterschrieb er deshalb einen Vertrag bis 2014 mit Ausstiegsklausel. Sollte er einen neuen NHL-Arbeitgeber finden und der Lockout enden, darf er wechseln. Fehlen wird er definitiv beim Spengler Cup im Dezember in Davos. "Weihnachten will ich mit meiner Familie verbringen", sagte Hecht. Seine Karriere will er ohnehin in der Heimat beenden. Das kündigte er schon vor einigen Wochen an.

In Mannheim verbinden die Fans mit Hecht die erfolgreichste Zeit der Adler. Bevor er sich 1998 nach Übersee verabschiedete, gewann er mit den Kurpfälzern zwei Meistertitel in Folge. Jetzt soll er den Klub mit seiner Erfahrung aus 845 NHL-Spielen zu neuen Erfolgen führen. "Er wird die Mannschaft sportlich weiter entwickeln", prophezeite Hopp. Hechts Führungsqualitäten können die Mannheimer gut gebrauchen: Aus den letzten sechs Spielen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) holten sie nur einen Sieg.

© SID

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