04.01.13Eishockey

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Alles ist anders beim "DEL Winter Game" Nürnberg Ice Tigers gegen Eisbären Berlin

Im Fußball-Stadion in Nürnberg werden am Samstag 50.000 Zuschauer zum ersten Winter Game der Deutschen Eishockey Liga (DEL) erwartet. Das Licht, das Eis, die Kulisse - alles ist anders als gewohnt.

Die Eisfläche im Nürnberger Fußballstadion ist fertig, 50.000 Zuschauer werden zum ersten "DEL Winter Game" erwartet
Die Eisfläche im Nürnberger Fußballstadion ist fertig, 50.000 Zuschauer werden zum ersten "DEL Winter Game" erwartet © dpa

Nürnberg - Patrick Reimers Freunde und Verwandte kommen gleich im Doppeldeckerbus aus Mindelheim im Alpenvorland. 80 Karten hat der Kapitän der Nürnberg Ice Tigers besorgt. Bei Florian Busch von Gegner Eisbären Berlin sind es einige weniger, aber immerhin auch noch fast 20 Familien-Mitglieder, die ihm am Samstag (16.30 Uhr/Servus TV) die Daumen drücken werden. Es ist einfach für alle etwas Besonderes, dieses erste "Winter Game" der Deutschen Eishockey Liga (DEL) im Nürnberger Fußballstadion.

Es wird ein Zuschauer-Europarekord für Ligaspiele aufgestellt, wenn der Tabellensiebte unter freiem Himmel auf den Fünften trifft. 50.000 Menschen werden dabei sein. NHL-Flair soll in Deutschland aufkommen, in Nordamerikas Profiliga ist das Freiluftspiel seit 2007 ein Knaller. Reimer ist schon beim Gedanken an die Atmosphäre fasziniert. "Geil, es gibt leider kein anderes Wort, das es beschreibt", sagte er grinsend beim Blick durch das noch leere Stadion.

Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen: Schuhcreme im Gesicht

Dabei wird es für die Kufencracks eigentlich komplizierter als gewohnt, denn so ein bisschen soll alles ja wie früher sein. Eishockey spielen - dem Wetter und seinen Kapriolen ausgeliefert. Ob Schnee, Regen oder grelles Licht, die Spieler müssen mit allen Bedingungen zurechtkommen. Das Eis ist abhängig vom Wetter. Wenn es zum Beispiel regnet, wird das Eis rau, die Scheibe hüpft. "Man muss alles genauer und ein bisschen langsamer machen", sagte Florian Busch nach dem ersten Training im Stadion.

Das Wetter ist ohnehin ein großes Thema vor diesem größten Ereignis der DEL-Geschichte. Es beschäftigt vor allem die Organisatoren. Um die fünf Grad sind vorhergesagt, es könnte leichten Regen geben. Das Schlimmste, hatte Ice-Tigers-Geschäftsführer Lorenz Funk dieser Tage gesagt, "wäre, wenn es regnet". Der Spielfluss wird dann definitiv leiden. Doch aushalten wird dies das sieben Zentimeter dicke Eis. Es wird mit drei Kältemaschinen auf minus zehn Grad gekühlt, selbst bei plus 15 Grad wäre es noch bespielbar. Das Eis ist also fraglos bereit für einen denkwürdigen Tag.

Die Spieler haben auch so ihre besonderen Rezepte, um mit den ungewöhnlichen Bedingungen klarzukommen. Die Eisbären und auch einige Nürnberger setzen unter anderem auf Kriegsbemalung. Schuhcreme wird unter die Augen geschmiert, um sich gegen Reflexionen des Flutlichts zu wappnen. Das kennt man ebenfalls aus Nordmerika: Baseballer und Footballer greifen dort zu diesem Mittel.

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"Wir sind aufgewachsen, genau so Hockey zu spielen"

Der Aufwand für das deutsche Winter Game ist enorm. Die Vorbereitungen laufen seit dem vergangenen Februar. Eine 2500 Quadratmeter große Wabenkonstruktion aus Holzpaneelen bildet den Untergrund der Spielfläche. Einen einstelligen Millionenbetrag ließ sich Ice-Tigers-Eigner Thomas Sabo das Spektakel kosten. "Wir wollen etwas Besonderes bieten", sagte Sabo im Vorfeld. Für den Schmuck-Großhändler ist diese Veranstaltung eine Herzensangelegenheit.

"Es wird eine andere, großartige Atmosphäre sein", glaubt Don Jackson, Trainer der Eisbären. Auch er freut sich, doch irgendwie zu den Wurzeln zurückzukehren. "Wir sind aufgewachsen, genau so Hockey zu spielen", sagt der Kanadier. "Als Kinder haben wir immer draußen gespielt, jeden Tag", ergänzt sein Nürnberger Kollege Bengt-Ake Gustafsson, ein Schwede. Es wird eben für alle ein besonderer Tag.

© SID

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