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Alonso und der tägliche Schmerz

Top-Verdiener, Top-Fahrer, Twitter-Provokateur und Samurai: Das ist Fernando Alonso. Nur Weltmeister, das ist er zur Zeit nicht. Deswegen kämpft der Spanier beim Saison-Auftakt in Australien (Samstag und Sonntag ab 6.45 Uhr hier im Liveticker) gegen Sebastian Vettel und den Schmerz der Niederlage.

Kämpft gegen den Schmerz der Niederlage: Fernando Alonso
Kämpft gegen den Schmerz der Niederlage: Fernando Alonso © imago

Melbourne - Der Stachel der Niederlage hat sich in den letzten drei Jahren tief in das Fleisch des stolzen Spaniers gebohrt. Alles hat Alonso dafür getan, um endlich wieder auch auf der Strecke die Nummer eins zu sein. Ab Sonntag (ab 6.45 Uhr hier im Liveticker) nimmt der 31-Jährige beim Saisonauftakt in Melbourne den Kampf gegen den Schmerz wieder auf - um diesmal endlich Igel und nicht mehr Hase zu sein.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte - Fernando Alonso setzte bei einem seiner letzten Twitter-Einträge auf die Macht des Visuellen. Nach Wochen des harten körperlichen Trainings ist der 31-Jährige wieder in seinen Rennanzug geschlüpft und präsentiert sich kommentarlos mit ernster Miene seinen 1,5 Millionen Followern. Ich bin bereit, soll das heißen, so bereit wie noch nie.

Nichts, wirklich gar nichts will Fernando Alonso in diesem Jahr dem Zufall überlassen. Der unumstrittene Leader hat Ferrari Feuer gemacht, sein Team zu Höchstleistungen im Winter angetrieben. Nie wieder wollte Alonso so ein schlechtes Auto wie im Vorjahr zum Saisonbeginn vorgesetzt bekommen.

In der Form seines Lebens

Er selbst brachte sich körperlich in die Form seines Lebens, verzichtete auf den Testauftakt im spanischen Jerez und spulte stattdessen Kilometer um Kilometer auf dem Rennrad und in Laufschuhen ab, schuftete im Kraftraum.

Gerüchte, Alonso könne wegen einer Rippenverletzung gar nicht fahren, verwies die Scuderia ins Reich der Fabeln: "Es ist offensichtlich, wie hart Fernando trainiert. Dieses Gerücht ist völliger Blödsinn und absolut unwahr."

Schmerzen hatte der Spanier trotzdem, als er dann endlich in Barcelona auf die Rennstrecke zurückkehrte: Der Nacken war ein bisschen steif. Auf der anderen Seite war die Erkenntnis gewachsen, dass sein Druck aufs Team Früchte getragen hatte. "Das Auto ist von einem anderen Stern verglichen mit dem Wagen, mit dem wir vor einem Jahr die Tests begonnen haben", sagte Alonso.

Es war ein Hoffnungsschimmer am Horizont, mehr aber auch nicht. Die Bedingungen während der drei Testphasen waren zu schlecht, um Rückschlüsse machen zu können, wie wettbewerbsfähig Ferrari in diesem Jahr wirklich ist. Für Alonso war es wie das Zuschauen beim Fußball-Training: "Ein Reservespieler von Real Madrid ist kein Kandidat für ein Spiel gegen Barcelona, nur weil er beim Rumkicken ein Tor geschossen hat."

Alonso ist Cristiano Ronaldo von Ferrari

Nun, ein Reservespieler ist Alonso keinesfalls. Im Gegenteil, er ist der Star der Mannschaft, der Cristiano Ronaldo von Ferrari. "Ich fühle, dass niemand in der Formel 1 so gut ist wie Alonso", sagt Mercedes-Neuzugang Lewis Hamilton. Sagt der Ex-Weltmeister über den Ex-Weltmeister. Alonso gibt die Blumen gerne zurück: "Mein stärkster Gegner ist Lewis Hamilton. So war es im vergangenen Jahr, und so wird es auch in diesem Jahr sein." Den Namen Vettel nimmt keiner von beiden in den Mund. Neid?

Fest steht, dass Alonso so viel verdienen kann wie er will (geschätzt 33 Millionen Euro), so viele Bewunderer haben kann wie er will, so viele Sprüche klopfen kann wie er will: Was zählt, ist der Erfolg auf der Strecke. Da ist Fernando Alonso seit drei Jahren nicht mehr die Nummer eins. Diesen Schmerz spürt er jeden Tag.

© SID

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