Erst zauberte er mit Kaka und Co., dann führte er 1899 Hoffenheim mit einer Gala-Vorstellung in die Spitzengruppe der Bundesliga: Der Brasilianer Carlos Eduardo befindet sich derzeit auf der Überholspur, und Trainer Ralf Rangnick prophezeit seinem Jung-Nationalspieler bereits eine große Zukunft. "Carlos ist ein Spieler, bei dem ich die Grenzen noch nicht erkennen kann. Er kann in ein, zwei Jahren bei jedem Verein der Welt spielen. Ich hoffe, dass er dann noch bei uns ist", sagte der Coach nach dem 4:0 (2:0)-Sieg von Hoffenheim beim 1. FC Köln.
Carlos Eduardo mit Vertrag bis 2013
Rangnick sollte sich nicht allzu große Hoffnungen machen, auch wenn der 22-Jährige noch einen Vertrag bis 2013 besitzt. "Natürlich träume ich davon, bei einem großen Klub zu spielen. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Ich fühle mich in Hoffenheim richtig wohl", sagt der Brasilianer.
Seine Aktien sind jedenfalls sprunghaft gestiegen, erst recht nach seinen ersten beiden Auftritten in der brasilianischen Selecao gegen England (1:0) und den Oman (2:0). "Ich habe mit den besten Spielern der Welt gespielt. Die Nationalmannschaft hat mir unheimlich viel Selbstvertrauen gegeben", berichtete Carlos Eduardo von seinen Erfahrungen im Nationaldress: "Jetzt hoffe ich, auch bei der WM im nächsten Jahr dabei zu sein."
Das große Selbstbewusstsein des 1,71m kleinen Mittelfeldstars bekamen die Kölner schmerzlich zu spüren. Teilweise ließ Carlos Eduardo alternde Fußball-Größen wie die beiden Portugiesen Petit und Maniche wie Slalomstangen stehen. Bereits in der fünften Minute belohnte er sich mit seinem dritten Saisontreffer selbst.
Mitspieler von Carlos Eduardo begeistert
Die Hoffenheimer Mitspieler sind jedenfalls vom teuersten Spieler der Zweitliga-Geschichte - Carlos Eduardo kam 2007 für acht Millionen Euro von Gremio Porto Alegro in den Kraichgau - hellauf begeistert. "Es macht Spaß, so einen Spieler in der Mannschaft zu haben. Ich hoffe, er wird noch lange bleiben", meinte Sejad Salihovic und Marvin Compper pflichtete bei: "Carlos ist super effektiv. Gegen Köln hat er gezeigt, was er alles kann."
Nach dem siebten Saisonsieg hat Hoffenheim damit wieder den Anschluss zur Spitzengruppe hergestellt. Grund genug für Carlos Eduardo, von Höherem zu träumen: "Hoffenheim wird weiter wachsen und bald ein großer Klub in Deutschland sein. Wir müssen weiter so gut spielen. Wer weiß, was dann diese Saison noch passiert."




