Mal schmunzelte er, mal zuckte er gedankenverloren mit den Schultern oder schüttelte nur ungläubig den Kopf: Eintracht Frankfurts Marco Russ durchlebte alle Gefühlswelten, als er in den Stadion-Katakomben immer und immer wieder die Entstehung des kuriosen Eigentores im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach (1:2) schildern musste.
In der 54. Minute hatte Innenverteidiger Russ eine scharfe Hereingabe von Gladbachs Tobias Levels klären wollen. Stattdessen schoss Russ seinen Keeper Oka Nikolov an - von dessen Kopf prallte der Ball zum 0:1 ins Netz. "Ich wollte eigentlich nach außen klären. Oka läuft mir aber direkt in den Schuss, und ich treffe ihn im Gesicht", berichtete Russ und hatte nach seinem Fauxpas eine Vermutung: "Ich gehe davon aus, dass das bestimmt bescheuert ausgesehen hat."
Sprachlos blieb dagegen der zweite Pechvogel. Nikolov war offenbar auch nach dem Abpfiff noch so verdutzt, dass er zu der verrückten Szene zunächst nichts sagen wollte. Still schweigend verschwand der 35 Jahre alte Routinier in der Kabine - wohlwissend, dass die verrückte Szene am Main noch lange in aller Munde bleiben wird.





