ran.de: Senor Dante, wenn man zum Borussia-Park einbiegt, steht dort eine große Werbetafel, die Sie noch mit Ihrer ganzen Haarpracht zeigt. Haben Sie den zwischenzeitlichen Kahlschlag schon mal bereut?
Dante: Nein, es war ja für einen sehr guten Zweck. Nein, ich freue mich sogar, dass die Haare ab sind. Denn das bedeutete ja, dass wir nur ganz kurz zuvor den Klassenerhalt doch noch erreichen konnten. Okay, ich sehe mit Afro besser aus, aber wenn ich die Wahl habe zwischen Bundesliga ohne Haare und Abstieg mit, dann ist meine Wahl keine Frage. Im Übrigen ist in einem halben Jahr alles wieder in Ordnung.
ran.de: Aber werden Sie noch Borusse sein, wenn Ihre Haarpracht wieder in voller Blüte steht?
Dante: (Lacht) Ich denke darüber gar nicht so viel nach. Mir geht es einzig und allein darum, dass ich jetzt eine sehr gute Vorbereitung absolviere. Denn mein Ziel ist es – immer vorausgesetzt, dass ich in Sachen Verletzungen ein wenig mehr Glück habe als zuletzt – die beste Saison zu spielen, seit ich in Deutschland bin.
ran.de: Jetzt sind Sie ausgewichen, wo das dann sein soll...
Dante: Ich weiß, aber eigentlich möchte ich dazu auch gar nicht mehr so viel sagen. Ich verstehe andererseits auch, dass Sie danach fragen müssen. Und ebenso habe ich auch Verständnis dafür, dass es hier natürlich nicht nur nach meinen Wünschen gehen kann. Auch wenn die mal verschieden sind als die Wünsche des Klubs.
ran.de: Ihr größter Wunsch ist es, sich für die Selecao und damit vielleicht für die WM in Brasilien 2014 interessant zu machen. Halten Sie das bei der Borussia für ausgeschlossen?
Dante: Das Selbstverständnis der Selecao ist, dass dort nur die Spieler spielen können, die auch in den besten Klubs der jeweiligen Liga spielen. Das mag ungerecht sein, ist aber leider so. Nehmen Sie doch nur die letzte Saison: Breno hat zweimal in der Nationalelf gespielt, obwohl er im Klub, bei den Bayern, lange nicht die Rolle inne und vielleicht nur fünf, sechsmal gespielt hat, während ich bei der Borussia, wenn ich gesund bin, immer spiele. Verstehen Sie mich bitte richtig, ich sage damit überhaupt nichts über Brenos Qualitäten. Es geht nur darum, welches Gewicht Bayern München und welches Borussia Mönchengladbach für die Selecao hat.
ran.de: Als am Donnerstag die Meldung kam, dass Bayern München nun doch Jerome Boateng verpflichtet hat, sind sie dann aber dennoch ein wenig traurig, weil Sie vielleicht selbst noch auf einen Platz bei den Bayern gehofft haben?
Dante: Ich bin ein sehr gläubiger Mensch und lege mein Schicksal in Gottes Hand. Wenn es also mit einem Transfer nicht klappt, dann akzeptiere ich das. Denn Gott weiß am besten, was gut für mich und meine Familie ist. Und für die Bayern freue ich mich: wenn ein Spieler von der Klasse eines Boateng zurückkehrt, dann kann das nur gut sein für die Attraktivität der Bundesliga.
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Wo landet Borussia Mönchengladbach in der Saison 2011/2012?
ran.de: Andere Spieler in Ihrer Lage haben in der Vergangenheit versucht, ihren Verein zu erpressen, und schlechte Leistungen angedroht. Ein solches Verhalten kann man sich bei Ihnen in der Tat nicht vorstellen?
Dante: Das würde ich auch niemals machen. Wenn ich bleibe, wonach es ja zurzeit aussieht, dann gebe ich alles für die Borussia und konzentriere mich auch nur auf Borussia – wie ich das auch bisher schon immer getan habe. Das kann ich allen Fans versprechen, denn ich fühle mich hier nach wie vor sehr wohl.
ran.de: Ihr Mannschaftskollege Martin Stranzl hat in einem Interview gesagt, Sie müssten nun auch den Verein respektieren, schließlich hätten Sie Ihren Vertrag erst im letzten Jahr bis 2014 verlängert. Haben Sie Verständnis für seinen Vorstoß?
Dante: Martin ist ein Topspieler und ein toller Kamerad. Aber man muss auch sehen, dass er gerade einmal sechs Monate hier ist, ich aber schon zweieinhalb Jahre bei Borussia bin. Und jeder im Verein, ob Offizieller, Mitspieler oder natürlich auch Fan weiß, dass ich diesen Verein immer respektiere. Dass ich heute fast keine Haare mehr habe und wir noch in der ersten Liga sind, ist auch deshalb der Fall, weil ich diesen Verein so sehr respektiere.
ran.de: Wenn Sie nun die aktuelle Mannschaft mit der von vor zwei, drei Monaten vergleichen, was trauen Sie dieser Borussia jetzt zu?
Dante: Wir sind auf einem guten Weg. Aber wir dürfen auf keinem Fall vergessen, dass wir erst in der Relegation den Abstieg vermieden haben. Wer glaubt, dass es jetzt automatisch so weitergeht, wie in den letzten Spielen der abgelaufenen Saison, der macht einen großen Fehler.
ran.de: Halten Sie es für möglich, dass die Borussia wieder in den Abstiegskampf verwickelt wird?
Dante: Jedenfalls dürfen wir diese Möglichkeit nicht ausschließen. Wenn jetzt einer nur vom achten oder neunten Platz reden würde, dann wäre das sehr fahrlässig. Ich glaube jedenfalls, dass erneut eine sehr schwierige Saison vor uns liegt.
ran.de: Die Boulevardpresse spricht jedenfalls schon wieder vom "Pulverfass Borussia". Es soll Meinungsverschiedenheiten zwischen Manager Eberl und Trainer Favre geben, weil Eberl dem Trainer möglicherweise nicht alle Personal-Wünsche erfüllen kann. Würden Sie sich von allen Seiten nicht etwas mehr Zurückhaltung wünschen, nachdem man gerade erst eine große Krise gemeistert hat?
Dante: Ich glaube, dass dieses Thema vom Boulevard sehr aufgebauscht worden ist. Ich bin überzeugt, dass der Trainer nur das Allerbeste für die Mannschaft und Verein will. Er hat einen riesigen Anteil daran, dass wir noch in der Bundesliga sind, und ich habe selten einen Trainer erlebt, der den Fußball so versteht und ein solches Auge für den Fußball hat wie Favre. Deshalb ist das Gerede von einem "Pulverfass" völliger Blödsinn.
ran.de: Sehen Sie noch Bedarf?
Dante: Es ist nicht meine Aufgabe, das zu beurteilen. Wenn der Trainer aber eine solche Aussage trifft, dann respektiere ich das selbstverständlich. Er weiß am besten, was diese Mannschaft braucht.
ran.de: Verdiente Spieler wie Idrissou und vor allem Levels braucht er offensichtlich nicht mehr. Was halten Sie davon, wenn man diesen Spielern trotz laufenden Vertrags einen Wechsel nahe legt, sich einen neuen Klub zu suchen?
Dante: Auch dazu möchte ich nicht allzu viel sagen, weil ich die Arbeit von Max Eberl und die des Trainers viel zu sehr respektiere. Aber ich gestehe, dass mir für ihn sehr weh tun würde, wenn die beiden uns verlassen sollten. Tobi ist ein Spieler, der sich auch immer voll mit diesem Verein identifiziert hat. Mo wiederum hatte zwar sicherlich auch schwierige Momente in der letzten Saison, aber er hat uns oft auch sehr geholfen, wie mit seinem Siegtreffer gegen Dortmund. Beides sind gute Jungs. Sollten Sie uns wirklich verlassen, wünsche ich Ihnen, dass sie es bei ihren neuen Klubs richtig gut antreffen.


















