Als sich der Air Berlin Flug 3044 am Donnerstagmittag mit der Bundesliga-Mannschaft von Borussia Mönchengladbach an Bord vom Düsseldorfer Flughafen gens türkische Antalya aufmachte, da sorgte Tief "Andrea" für einen ungewöhnlich turbulenten Start und schüttelte Maschine samt Insassen erst einmal gehörig durch.
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Reus wechselt im Sommer zum BVB - die richtige Entscheidung?
Und wer einen Hang zu Esoterik oder sonstigen übersinnlichem Spuk verspürt, der hätte in diesem Augenblick auf die Idee kommen können, dass nun auch noch der Wettergott der Borussia übel mitspielen will.
Denn am Tag zuvor war mit der Nachricht vom Wechsel des Gladbachers Marco Reus zur anderen Borussia nach Dortmund ein Transfer- und damit auch Medien-Donnerwetter über dem Borussia Park niedergegangen, das so oder ähnlich schon in der Luft gelegen haben mag - dann zu diesem Zeitpunkt aber doch unerwartet kam.
Nicht im Umfeld des Klubs, nicht bei der Borussia selbst hatte man dieses heftige Unwetter so früh kommen sehen. Noch zwei Tage zuvor glaubten einige Quellen schließlich, den Verantwortlichen des Vereins entlockt zu haben, dass Reus Gladbach "nicht vor 2013" verlassen werde.
Nachdenkliche Stimmung bei Borussia Mönchengladbach
Zu diesem Zeitpunkt aber hatte der wohl talentierteste Fohlen-Kicker der letzten zwei Jahrzehnte seine Entscheidung längst getroffen. Im Winterurlaub in Dubai habe er sich für den BVB entschieden, so Reus am Dienstag gegenüber der Presse, nachdem er zuvor schon Trainer Lucien Favre und die Verantwortlichen des Klubs informiert hatte.
Ob die nun tatsächlich geglaubt haben, Reus würde bis 2013 zu halten sein oder ob diese Zuversicht auch mit viel branchenüblichem Zweckoptimismus zu tun hatte – sei’s drum.
Fakt ist, dass Reus’ Offenbarung vom Dienstag auch noch am Donnerstag, rund um die Anreise nach Belek, für eine durchaus nachdenkliche, vielleicht sogar für einen kurzen Moment etwas resignative Stimmung sorgte.
Kein Wunder, hatte doch Manager Max Eberl alles versucht, Reus länger zu binden, und "Marco ein neues Vertragsangebot bis 2016 mit deutlich verbesserten Bezügen vorgelegt." So recht mochte zumindest offiziell auch keiner der Verantwortlichen der Borussia seine Enttäuschung offen legen.
Verständlich, schließlich könnte die Nachricht, dass Reus im Sommer geht, durchaus zur Euphoriebremse werden nach einem Jahr, in dem der neue Star am deutschen Fußball-Firmament und seine Kameraden erst auf wundersame Weise den eigentlich kaum noch zu vermeidenden Abstieg doch noch verhindern und dann gar bis in die Spitzengruppe der Liga vordringen konnten.
Klar, dass sich nun durchaus die Frage stellt, ob das fragile Gebilde, das eine Profi-Fußball-Mannschaft nun einmal ist, wie man spätestens seit Beginn der Postmoderne weiß, dadurch möglicherweise empfindlich gestört werden könnte.
Nach Transfer-Bekanntgabe: Zweifel an Marco Reus’ Charakter verbieten sich
Dass Reus selbst beteuert "ich werde Gas geben bis zur letzten Sekunde und möchte mich am liebsten mit einem Titel wie dem Pokalsieg verabschieden", das darf und sollte man ihm ohne jeden Zweifel abnehmen. Und jeder, der den jungen Mann jetzt vielleicht als Söldner oder Abzocker schelten möchte, der sollte sich darin erinnern, dass der 22-jährige noch vor einem knappen Jahr, als die Gladbacher der zweiten Liga weit näher war als der ersten, seinen Vertrag verlängerte und so ein Geld wertes Bekenntnis zum Klub ablegte.
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Wer wird in der Saison 2011/2012 Meister?
Eine Vertragsverlängerung, die den Gladbachern nun den Abschiedsschmerz wenigstens mit 17,5 Millionen Euro und damit mit der siebthöchsten Transfersumme versüßt, die in der Bundesliga jemals erzielt wurde. An Reus’ Charakter per se wird die Borussia in der Rückrunde jedenfalls ganz sicher nicht scheitern.
Möglicherweise aber fehlt nun vielmehr etwas, was zuvor monatelang da war und in der letzten Saison auch den BVB zum Titel führte: das heute im Profi-Fußball eher seltene Gefühl, dass nicht nur eine Interessensgemeinschaft auf dem Rasen steht, sondern vielleicht doch sogar so etwas wie ein verschworener Haufen von ganz dicken Freunden.
Dieses Gefühl könnte nun verloren gegangen sein oder doch zumindest im Laufe der nächsten siebzehn Spiele verloren gehen, weil Reus mit seinem feststehenden Wechsel für die anderen nun vielleicht doch mehr ist als der primus inter pares, der er bisher ohnehin schon war.
Umso mehr, als sich mit Roman Neustädter, immerhin Reus engster Vertrauter und wohl auch Dubai-Mitreisender, ein zweiter Gladbacher entschieden hat, den Klub im Sommer zu verlassen. Neustädters Weggang mag auf den ersten Blick nicht so spektakulär wirken wie der von Reus.
Für das diffizile Mannschaftsgebilde, das Trainer Lucien Favre geschaffen hat, ist aber auch der Verlust des ehemaligen Mainzers und damit der einen Hälfte der bisher so gut funktionierenden "Doppelsechs" ein ziemlich herber Schlag.
















