Der Start in die Vorbereitung zur Rückrunde begann für Borussia Mönchengladbach mit einem doppelten Schock: Sowohl Marco Reus als auch Roman Neustädter werden die "Fohlen" im Sommer verlassen.
Während der Jungnationalspieler Reus für die festgeschriebene Ablöse von 17,5 Millionen Euro zu Borussia Dortmund wechselt, zieht es den 23-jährigen Neustädter wohl zu Bayer Leverkusen (laut "BILD") oder Schalke 04 (laut "Sky Sport News HD") - in jedem Falle ablösefrei.
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Reus wechselt im Sommer zum BVB - die richtige Entscheidung?
"Fakt ist, dass ich den Weg mit beiden sehr gerne noch ein Stück weiter gegangen wäre. Ich kann kein Geheimnis aus meiner Enttäuschung machen", sagte Trainer Lucien Favre und betonte: "Es wird schwer, vielleicht sogar unmöglich, die beiden zu ersetzen."
Marco Reus: Borussia Mönchengladbachs Top-Torjäger
Mit dem 22-jährigen Reus verliert Gladbach seine personifizierte Torgefahr. Zehn Tore in 15 Bundesliga-Spielen, dazu drei Treffer im Pokal und insgesamt fünf Vorlagen - so die Bilanz des gebürtigen Dortmunders.
Klar, dass er für das Team von Lucien Favre kaum zu ersetzen ist. Und dennoch: Das 1:1 der Gladbacher ohne Reus gegen Meister Dortmund vom 15. Spieltag sollte den "Fohlen"-Fans Mut machen.
Schlüsselrolle für Patrick Herrmann?
Raul Bobadilla und Torschütze Mike Hanke füllten gemeinsam mit Juan Arango und Patrick Herrmann mit viel Engagement die Lücke, die Reus wegen eines Zehenbruchs zwischenzeitlich hinterließ.
Dem 20-jährigen Herrmann könnte in der Ära nach Reus eine Schlüsselrolle zukommen. Seit 2008 im Verein, hat der offensive Mittelfeldspieler unter Favre einen großen Schritt gemacht. Der U-21-Nationalspielers profitiert enorm von Reus' Ideen und umgekehrt.
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Wer wird in der Saison 2011/2012 Meister?
Dennoch wird Gladbach den Erlös des Reus-Transfers in mindestens zwei Offensivkünstler investieren müssen, um seinen Weggang zu kompensieren - und um Lucien Favre zufriedenzustellen, der schon während seiner Zeit als Hertha-Trainer zu einem ähnlichen personellen Aderlass seiner damaligen Erfolgsmannschaft gezwungen war.
Roman Neustädter enttäuscht Lucien Favre und die Gladbach-Fans
Während der Reus-Abgang nach dem Buhlen von Borussia Dortmund, dem FC Bayern und zuletzt angeblich gar Real Madrid erwartet worden war, enttäuscht Neustädters Abwenden von den "Fohlen" Trainer und Fans gleichermaßen.
Neustädter, 2009 aus Mainz gekommen, fasste erst in der vergangenen Saison Fuß und wurde unter Favre Stammspieler. Gladbach hat den Sechser groß gemacht - und nun schlug er ein dem Klub zufolge ordentliches Angebot aus. Wohl, um anderswo mehr Geld zu verdienen.
Setzt Lucien Favre Roman Neustädter auf die Bank?
Zieht es ihn wie die "BILD" berichtet tatsächlich nach Leverkusen, bekommt er es auf seiner Position mit Lars Bender, Simon Rolfes und Stefan Reinartz zu tun.
Damit nimmt der 23-Jährige nicht nur erheblich weniger Einsatzzeit in Kauf, gut möglich, dass Bayer Leverkusen zum Saisonende hinter Gladbach landet (derzeit sieben Zähler zurück) oder die Europa League verpasst.
Laut "Sky Sport News HD" ist nun auch der FC Schalke 04 in der Verlosung. Dort sähe sich Neustädter Lewis Holtby, Jermaine Jones und Christoph Moritz gegenüber. Bleibt Juan Manuel Jurado Schalker, ist der Spanier ein weiterer Konkurrent.
Wie auch immer - Neustädters Entscheidung dürfte ihm einige Pfiffe einbringen - falls Favre ihn überhaupt weiter in der Startelf bringt. Immerhin sind mit VfL-Leihgabe Tolga Cigerci und dem möglichen Neuzugang Alexander Ring (HJK Helsinki) zwei Spieler im Anmarsch, die den Sechser geben können.
Ein Spielgestalter für das defensive Mittelfeld (Sechser oder Achter) muss aber spätestens im Sommer her. Havard Nordtveit, der derzeit das Doppel mit Neustädter bildet, ist ausschließlich für den defensiven Part zuständig.
Gelingt der Borussia der Start in die Rückrunde?
Vieles wird in Gladbach davon anhängen, wie die "Fohlen" aus der Winterpause kommen. Stottert der Motor, werden die Diskussionen darüber einsetzen, ob die Abtrünnigen mit dem Kopf bereits bei ihren neuen Klubs sind.
Reus beteuert, er werde "Gas geben bis zur letzten Spielminute der Saison. Am liebsten würde ich mich hier mit einem Titel verabschieden, und der ist im Pokal ja auch noch drin. Und ich möchte dazu beitragen, dass wir mit der Mannschaft unsere tolle Hinrunde bestätigen".
Gelingt der Start in die Rückrunde, kann Favre in Ruhe weiterarbeiten. Dann spielt die Zeit für den Klub: Mit der avisierten Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb im Rücken hätte Gladbach dank der Reus-Millionen auf der hohen Kante beste Argumente, echte Verstärkungen an den Niederrhein zu lotsen.
Gladbach-Transfers: Abdelloue, Ya Konan, Lakic oder Pizarro?
Schaut man sich in der Bundesliga nach quirligen, Spiel gestaltenden Stürmern um, fallen Claudio Pizarro (Vertrag bei Werder Bremen läuft aus) und Mohammed Abdellaoue von Hannover 96 ins Auge.
Allerdings würde der Werder-Peruaner wohl einen größeren Klub in der Champions League bevorzugen, und der Norweger (Vertrag bis 2014) hat derzeit keinen Grund, die Niedersachsen zu verlassen.
Da dürfte Didier Ya Konan nach häufiger Bankdrückerei schon eher gewillt sein, den Klub zu verlassen. Doch Hannover ist momentan auf der Suche nach einem vierten Stürmer und wird daher wohl keinen ziehen lassen.
Anders sieht es bei Srdjan Lakic aus. Der Kroate steht bei Felix Magath auf dem Abstellgleis und Wolfsburg würde den bis 2015 laufenden Vertrag wohl liebend gern vorzeitig lösen. Allerdings: Lakic ist in seiner Wolfsburg-Form eher kein Mann für Favre.
Transfer-Rückholaktion von Marko Marin wird diskutiert
Auch der Name Marko Marin fällt neuerdings wieder im Zusammenhang mit Gladbach. Der Dribbler ist bei Werder Bremen alles andere als glücklich, dass er in seiner derzeitigen Verfassung allerdings eine Verstärkung darstellt, darf bezweifelt werden.
Fazit: Es ist Gladbachs Vorteil, so früh in der Saison bescheid zu wissen. Somit ist der Verein nicht gezwungen, in Transfer-Schnellschüsse zu investieren.
















