Dabei ging es doch so gut los für die "Königsblauen". Bis Mitte Februar hielt die Mannschaft von Trainer Huub Stevens Kontakt zum Spitzenduo bestehend aus Borussia Dortmund und Bayern München. Erst nach einer kleinen Negativserie, verbunden mit dem Aus im Europa-League-Viertelfinale gegen den späteren Finalisten Athletic Bilbao, mussten die Gelsenkirchener abreißen lassen.
Raul verzaubert und verlässt die "Knappen"
Geprägt war das erste halbe Jahr hauptsächlich von einem Akteur, dessen Name so oft und so laut durch die Veltins-Arena schallte wie kein anderer. Die Rede ist von Raul, der die Herzen der Anhänger mit seiner Spielweise im Sturm eroberte und für einige unvergessliche Momente sorgte.
Dabei zog sich eine Frage monatelang lang hin wie ein Kaugummi. Verlängert der spanische Weltstar um ein weiteres Jahr oder nicht? Das Ende ist hinlänglich bekannt: Raul zog seiner Familie wegen nach Katar weiter, um dort sein Fußballer-Leben in aller Ruhe ausklingen zu lassen. Der Abschied des Spaniers aus dem Kohlenpott hätte dabei schöner nicht sein können.
Der emotionale Höhepunkt eines ereignisreichen Jahres
Schalke gewann am vorletzten Spieltag mit 4:0 gegen Hertha BSC und sicherte sich Platz drei verbunden mit der direkten Qualifikation zur Champions-League-Gruppenphase. Raul steuerte noch einen letzten Treffer bei und wurde nach dem Schlusspfiff frenetisch gefeiert. Da blieb kein Auge trocken, auch Raul liefen die Tränen über die Wangen. Es war der emotionale Höhepunkt des Jahres.
Für den einzigen Titel in diesem Jahr sorgte eine Woche später Klaas-Jan Huntelaar, der sich mit zwei Treffern gegen Werder Bremen die Torjäger-Kanone sicherte. Platz drei, den besten Torjäger in den Reihen und ein perfekter Abschied - mehr hätte sich S04 von dieser Spielzeit wahrlich nicht erhoffen können.
Hildebrand, Unnerstall und Fährmann kämpfen monatelang ums Schalker Tor
Den Dreikampf des Jahres lieferten sich die Torhüter. In der Sommerpause kämpften Timo Hildebrand, Lars Unnerstall und Ralf Fährmann um den Platz zwischen den Pfosten. Stand heute: Keiner hat sich wirklich durchgesetzt. Am ersten Spieltag stand zunächst Timo Hildebrand im Tor. Der Routinier verletzte sich danach allerdings unglücklich im Training, so dass Unnerstall einsprang und sich festspielte. Bis zum 15. Spieltag.
Gegen Gladbach musste der junge Torhüter, der öffentlich kein allzu hohes Ansehen genießt, wieder für Hildebrand auf die Bank weichen. Keine Frage - die Torwartdiskussion wird Schalke auch im kommenden Jahr beschäftigen.
Ibrahim Afellay kommt vom FC Barcelona und wird zum Derby-Helden
Viel ruhiger ließen es die Schalker Verantwortlichen dagegen auf dem Transfermarkt angehen, bis kurz vor Toreschluss Sportvorstand Horst Heldt für einen Transfer-Coup sorgte und Ibrahim Afellay vom FC Barcelona auslieh.
Der niederländische Nationalspieler avancierte auch gleich zum Derbyhelden, markierte er doch beim 2:1-Sieg gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund den Führungstreffer. Nur drei Tage später trug sich der Mittelfeldmann in der Champions League beim überraschenden 2:0-Sieg beim FC Arsenal erneut in die Torschützenliste ein. Der erste Pflichtspielsieg über eine englische Mannschaft und der erste Derbysieg nach mehr als zwei Jahren waren die sportlichen Höhepunkte in 2012.
Der beste Saisonstart seit 42 Jahren, Bayern-Jäger Nummer eins und Champions-League-Gruppensieger - den Schalkern schienen alle Türe offenzustehen. Allerdings wählten die "Knappen" den falschen Eingang.
Formtiefs und ungeklärte Vertragssituationen werden zur Herbstdepression
Es folgte der Absturz. Spieler wie Roman Neustädter und Joel Matip fielen in ein Formtief, der Hickhack um die Vertragsverlängerungen von Klaas-Jan Huntelaar und Lewis Holtby spaltete die Mannschaft.
Sechs Spiele lang blieb der Champions-League-Achtelfinalist ohne Sieg und so wurde aus einer leichten Herbstdepression ein dicker Wintersturm, der in der Entlassung von Trainer Huub Stevens nach der 1:3-Heimniederlage gegen den SC Freiburg am letzten Hinrunden-Spieltag seinen unrühmlichen Höhepunkt fand.
Jens Keller startet schlecht und soll's dennoch richten
Doch auch Interimstrainer Jens Keller konnte das Blatt nicht mehr wenden, mit einer 1:2-Heimniederlage im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den FSV Mainz 05 verabschiedeten sich die Schalker in die Winterpause. Der neue Übungsleiter soll vorerst bis Ende der Spielzeit 2012/13 im Amt bleiben.
Doch auch mit Keller muss sich Schalke im neuen Jahr wieder einmal neu ordnen und strukturieren. Gegen einen ähnlichen Verlauf wie 2012 hätte sicher niemand etwas einzuwenden, den November und Dezember mal ausgenommen.












































