München - Es war Marco Reus, der den FC Bayern München im Januar in zweierlei Hinsicht das Fürchten lehrte. Zuerst hatte sich der Gladbacher Topscorer gegen einen Wechsel zum FCB entschieden und dann auch noch maßgeblichen Anteil daran, dass die Bayern unsanft in die neue Saison starteten. Die Auftaktpartie der Rückrunde verloren die "Roten" mit 1:3 bei den "Fohlen". Eine Niederlage, die der Anfang einer Auswärtsschwäche sein sollte und damit schlussendlich mitverantwortlich für das verpatzte Meisterschaftsrennen.
Ohne Chance in der Meisterschaft gegen Borussia Dortmund
Spätestens nach der 0:1-Auswärtsniederlage in Dortmund am 30. Spieltag mussten die FCB-Verantwortlichen ihren Traum von der Meisterschaft begraben. Dafür konnte in zwei furiosen Champions-League-Partien der Halbfinalgegner Real Madrid ausgeschaltet werden. Das Champions-League-Finale im eigenen Stadion war erreicht und sollte zum größten Europapokalerfolg der Bayern-Historie werden.
Zuvor stand jedoch noch das Pokalfinale in Berlin an, in dem die Bayern die Möglichkeit besaßen, dem BVB in einem Spiel zu zeigen, wer im K.o.-Duell die besseren Nerven hat. Anstatt eines Bayern-Erfolgs gab es eine 2:5-Klatsche, die die Dortmunder mit Meisterschale und Pokal ausgiebig auf dem Rasen des Berliner Olympiastadions feierten. Nach dem Spiel versprachen Lahm und Co., dass sich dies gegen den FC Chelsea unter keinen Umständen wiederholen würde.
Didier Drogba stiehlt Uli Hoeneß und dem FC Bayern seinen Traum
Schon Tage vor dem eigentlichen Spiel der Spiele war die Aufregung und Vorfreude auf das Champions-League-Endspiel in der Allianz Arena zu spüren. Es konnte eigentlich nur einen rot-weißen Sieger geben. Doch der zuvor als unterlegen eingestufte FC Chelsea erreichte dank einer gut organisierten Defensive und dem Torinstinkt von Didier Drogba das Elfmeterschießen, in dem schließlich Bastian Schweinsteiger die Nerven versagten und erneut Drogba für eine nicht für möglich gehaltene Bayern-Tristesse sorgte.
Uli Hoeneß und Co. reagierten auf ein Jahr voller Enttäuschungen und beendeten die Zusammenarbeit mit Sportdirektor Christian Nerlinger. Dafür konnte Matthias Sammer vom DFB losgeeist werden und sollte dem FCB als Sport-Vorstand ein neues Sieger-Gen einimpfen. Dazu wurde der Kader in der Breite verstärkt und mit 40-Millionen-Mann Javier Martinez ein Rekordtransfer getätigt.
Jupp Heynckes freut sich über 42 Punkte in der Hinrunde
Der Plan des Rekordmeisters scheint aufzugehen. Nach einer mehr als beeindruckenden Hinrunde hat die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes bereits 42 Punkte auf dem Konto und schrammte nur knapp an einem neuen Vorrunden-Rekord vorbei. Doch mit acht Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Bayern Leverkusen und gar zwölf Punkten auf Borussia Dortmund geht ein Jahr ganz nach dem Geschmack des FCB zuende. Zudem steht man im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Arsenal.
Auch ein Rückrunden-Fehlstart wie im vergangenen Jahr würde die Bayern wohl kaum nochmals aus der Ruhe bringen, auch wenn die Folgegeschichte sich eingebrannt hat und im Selbstverständnis des Rekordmeisters niemals wieder eine Wiederholung finden darf.












































