Frankfurt/Main - Die Klubs haben in der vergangenen Saison erstmals die Schallmauer von zwei Milliarden Euro Umsatz durchbrochen. Die Eliteklasse setzte 2,08 Milliarden Euro um und steigerte damit zum achten Mal in Folge den Umsatz (plus 7,2 Prozent gegenüber der Vorsaison). Mit Blick auf die Einnahmesteigerung durch den neuen TV-Vertrag ab der kommenden Spielzeit (von 440 auf 628 Millionen Euro) können sich die Verantwortlichen die Hände reiben - da fallen ein paar Störenfriede nicht weiter ins Gewicht.
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"Die Bundesliga hat ihr nachhaltiges Wachstum bestätigt"
"Ich erwarte keine Einbußen, weil wir aus meiner Sicht kein generelles Sicherheitsproblem haben. Deshalb glaube ich nicht, dass das die Liga generell betrifft. Es kann nur ein Problem für einzelne Klubs werden", sagte Christian Seifert, der Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL), bei der Vorstellung des Bundesliga-Reports am Mittwoch in Frankfurt/Main. Den Pyro-Eklat in Leverkusen sieht aber auch Seifert kritisch: "Am letzten Samstag wurde viel mehr zum Tod der Fankultur beigetragen als durch alle unsere Anträge zum Sicherheitskonzept."
Die Zahlen des Berichts weisen einen Gewinn der Bundesligaklubs von 55 Millionen Euro nach Steuern aus. Die Verbindlichkeiten sind allerdings von 594 Millionen auf 623,8 Millionen Euro gestiegen. Die 2. Liga hat einen Umsatz von 384,4 Millionen Euro verzeichnet, ein Zugewinn von 7,4 Prozent. Am Ende schrieben die Zweitliga-Klub aber einen Verlust von 18,8 Millionen Euro.
An der Freude der DFL-Spitze änderte dies nichts. "Die Bundesliga hat ihr nachhaltiges Wachstum bestätigt. Bei den meisten Klubs herrscht Vernunft, dazu kommen gezielte Investitionen in die Leistungsfähigkeit. Jetzt gilt es, die Position zu festigen und auszubauen", sagte Seifert: "Die Klubs haben bewiesen, dass sie europäisches Topniveau und wirtschaftliche Vernunft vereinen können. Das findet man selten in Europa. Die Klubs und die Liga können stolz auf sich sein."
Die Einnahmen der Vereine, die insgesamt 16.000 Mitarbeiter beschäftigen und knapp 800 Millionen Euro Steuern und Abgaben gezahlt haben, stützen sich vor allem auf drei Säulen: Werbung und Marketing brachten 553 Millionen ein, die TV-Rechte spülten 546 Millionen in die Kasse, die Spieltags-Einnahmen schlugen mit 441 Millionen zu Buche.
3. Liga als "Problemkind"
Auf der Ausgabenseite stehen die Personalkosten an erster Stelle. Die Quote liegt bei knapp 38 Prozent des Umsatzes, ein Bundesliga-Profi verdient im Schnitt 1,6 Millionen Euro. Seifert lobte dennoch die Disziplin der Vereine in diesem Bereich, da die Quote europaweit bei 64 Prozent liegt. Gewürdigt wurden auch die Investitionen in Höhe von 103 Millionen (Bundesliga und 2. Liga) in die Leistungszentren. Der Zuschauer-Rekord der vergangenen Saison (44.293 im Schnitt) ist nicht in Gefahr, da sieben Stadien mit einer Kapazität von 30.000 Plätzen oder weniger in der Eliteklasse vertreten sind.
Bei allem Jubel über die Rekordzahlen plagen die DFL auch Sorgen. So soll in nächster Zeit mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) über die Zukunft der 3. Liga, in der zahlreiche Klubs finanziell am Stock gehen, gesprochen werden. "Mit dem neuen TV-Vertrag wird der Abstand zwischen der 2. und der 3. Liga noch größer werden", sagte Seifert: "Wir müssen mit dem DFB diskutieren, was man tun kann, um die Klippe nicht zu groß werden zu lassen. Der Abstieg darf nicht bedeuten, dass man dann mit einem Bein in der Insolvenz steht."
Auch die Zahlungen an die Spielerberater sollen auf die Agenda kommen, zudem möchte die DFL ab der Saison 2015/16 mehr als 100 Millionen Euro beim Verkauf der TV-Rechte ins Ausland einnehmen (derzeit 70 Millionen Euro), um die Lücke zu den anderen europäischen Topligen zu schließen.















