Wolfsburg - Die Liga haben die Bayern weiter fest im Griff, jetzt soll auch Europa die Stärke des deutschen Giganten zu spüren bekommen. Die Münchner setzten ihre Bundesliga-Rekordjagd in Wolfsburg fort und feierten eine gelungene Generalprobe für das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Arsenal. Sportlich also alles im Lot, dafür sorgen beim nach Belieben dominierenden Tabellenführer Personaldebatten für Wirbel.
Jupp Heynckes gibt sich gelassen
Die Gerüchte um Dortmunds Robert Lewandowski, der Frust von Bankdrücker Arjen Robben und die Diskussionen um Bastian Schweinsteiger beschäftigten die Bayern-Verantwortlichen fast mehr als der 2:0 (1:0)-Erfolg beim VfL. Oder die kommende Aufgabe gegen die "Gunners" um Lukas Podolski am kommenden Dienstag.
"Ich lächle diese Gerüchte einfach nur noch weg. Ich rege mich nicht mehr drüber auf", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge zu den wieder aufkommenden Gerüchten, dass die Verpflichtung von BVB-Stürmer Lewandowski bereits perfekt sei. Allerdings antwortete er auf den Hinweis, dass er ja über das Thema aufklären könne: "Dann wäre ja die Spannung weg."
Trainer Jupp Heynckes jedenfalls versuchte, die ganze Aufregung um den möglichen Sensationstransfer herunterzuspielen. "Bei den Bayern wird jede Woche eine andere Sau durchs Dorf getrieben. Das ist schon so, seitdem ich bei den Bayern bin", sagte der scheidende Coach: "Die Spieler lassen sich davon nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Sie sind vielleicht davon noch motivierter."
Arjen Robben frustriert
So wie Mario Mandzukic, der neben Mario Gomez von einem möglichen weiteren Konkurrenten am meisten bedroht wäre. Mit einem sehenswerten Fallrückzieher der Marke "Tor des Monats" erzielte er gegen seinen ehemaligen Verein sein 15. Saisontor. "Er ist ein überragender Teamplayer. Er verdient sich seine Tore, weil er so viel arbeitet", sagte Heynckes.
Ohnehin war dem Bayern-Coach vor dem wichtigen Auftritt auf europäischer Bühne daran gelegen, sein derzeitiges Personal möglichst starkzureden. Selbst im nur noch mühsam im Zaum gehaltenen Frust von Arjen Robben sah Heynckes nur Positives. "Er war hochmotiviert. Er hat gearbeitet wie noch nie zuvor. Was kann ich als Trainer mehr erwarten?", sagte der 67-Jährige über den Torschützen zum 2:0 (90+2.). Es sei ohnehin normal, dass die Reservisten enttäuscht seien: "Arjen ist ein Mensch, der das auch zeigt. Ich habe damit kein Problem."
Dem Niederländer selbst fiel es nach dem Spiel dagegen schwer, seinen Frust nicht komplett herauszulassen. "Ich will mehr spielen. Das ist einfach enttäuschend. Das Tor ist schön, sonst nichts mehr", sagte er: "Ich will nicht so viel darüber sagen, ich gehe jetzt lieber zum Bus. Man muss die Dinge intern besprechen, nicht außen."
Heynckes lobt Schweinsteiger
Und um die gute Laune vor Arsenal perfekt zu machen, stellte sich Heynckes auch wieder einmal vor den zuletzt vieldiskutierten Bastian Schweinsteiger - ohne, dass er überhaupt auf den Mittelfeldspieler angesprochen worden war. "Er war der beste Spieler auf dem Feld und das Hirn der Mannschaft", sagte Heynckes.
Inmitten des gegenseitigen Schulterklopfen gab nur Matthias Sammer einmal mehr den Mahner. "Die ganzen Begleitumstände dürfen nicht dazu führen, dass wir unseren Weg nicht weitergehen", sagte der Sportdirektor. Für die Konkurrenz scheint dieses Szenario angesichts der derzeitigen Dominanz die einzige Hoffnung zu sein.
























