Leverkusen - Das Ausscheiden aus der Europa League und die letzte Niederlage in der Bundesliga haben bei Bayer Leverkusen anscheinend zum Nachdenken angeregt. Teammanager Sami Hyypiä gab nach dem Dienstagstraining zu Protokoll, dass er sich eine Zukunft als alleiniger Verantwortlicher der Bayer-Elf vorstellen könnte. "Ohne Lewandowski wäre einiges leichter", sagte der Finne der "Bild".
Und der 39-Jährige ging noch weiter: "Dass diese Konstellation nicht einfach für uns beide ist, habe ich ja schon mehrfach gesagt. Zurzeit muss ich alles erst mit Sascha absprechen." Ohne Trainer-Lizenz wird es aber schwer für Hyypiä bei der Werkself zukünftig den Taktstock zu schwingen. Deshalb will der Finne im Sommer den Trainerschein machen und wäre damit auch formell als alleiniger Cheftrainer einzusetzen.
Und auch Bayers-Sportchef Rudi Völler sieht das Trainergespann beim derzeitigen Tabellendritten der Bundesliga nicht als Ideallösung an. "Dass das keine Fünf-Jahres-Lösung ist, ist uns klar." Bleibt abzuwarten, wie lange sich Hyypiä und Lewandowski noch als Zwei-Mann-Trainerteam gegenseitig aushalten.
Holzhäuser dementiert
Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser hat sich gegen Berichte über Dissonanzen zwischen den beiden Trainern Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski zur Wehr gesetzt. "Das ist kein Thema bei uns, die Zusammenarbeit ist genauso wie am ersten Tag", sagte der 63-Jährige: "Rudi Völler und ich können mit Abstand am besten beurteilen, wie die Situation ist. Es gibt nicht den geringsten Handlungsbedarf."
Eine langfristige Jobgarantie wollte Holzhäuser den beiden Trainern aber nicht geben. "Ich bin nicht bereit, über die Zukunft zu diskutieren. Der Fußball ist konservativ, nach hinten gerichtet in seiner Denkweise. Führungsstile ergeben sich aus der Situation. So ist das auch im Trainerteam. Die Arbeit eines Trainers ist - leider - auch immer kurzfristig zu sehen", sagte Holzhäuser.
Grundsätzlich habe Hyypiä recht, sagte der Geschäftsführer, ein Kompromiss zu finden zwischen zwei, drei, vier oder fünf Personen sei immer schwieriger, als wenn eine Person alleine entscheide. Das Konstrukt habe aber auch den großen Vorteil, dass man nicht auf die Meinung eines Einzelnen angewiesen sei. "Uns war klar, dass diese Konstellation auch Angriffsfläche bietet", sagte Holzhäuser.
Er betonte jedoch, dass der grundsätzliche sportliche Erfolg der Werkself, die derzeit Tabellendritter ist, deutlich für die Doppelspitze spräche: "Wir stehen auf einem Tabellenplatz, von dem wir alle vor ein paar Monaten nur hätten träumen können."






















