München - Champs-Elysees statt Hollywood: Nach fünf Jahren in den USA bei Los Angeles Galaxy wagt David Beckham noch einmal den Sprung in eine der europäischen Top-Ligen. An seiner weltweiten Strahlkraft hat der "Spice-Boy" trotz seiner mittlerweile 37 Jahre nichts verloren. Das machte der enorme Medienrummel bei seiner glanzvollen Präsentation im Pariser Prinzenpark-Stadion bereits deutlich.
Die Experten bezweifeln allerdings den sportlichen Wert dieses Transfers. Beckhams vorrangigste Aufgabe spiele sich dagegen vielmehr außerhalb des grünen Rasens ab. "Er ist eine Marke, er ist ein Popstar", bringt es PSG-Sportdirektor Leonardo auf den Punkt. Der 115-fache englische Nationalspieler soll daher vor allem Glanz und Glamour in die französische Hauptstadt bringen und zudem der unter Finanznöten, Zuschauerschwund und sportlichen Misserfolgen leidenden Ligue 1 wieder auf die Beine helfen. Dieser Plan scheint aufzugehen.
"Beckcam" installiert
Das erste Training des Altstars wurde gleich von mehreren französischen TV-Sendern live übertragen, das Trikot mit der Nummer 32 verkauft sich prächtig und Paris St. Germain erhält die ersehnte internationale Aufmerksamkeit.
In der französischen Medienlandschaft hat der vierfache Familienvater bereits Teamkollege und Superstar Zlatan Ibrahimovic von der Pole Position verdrängt. Bei Beckhams Ligadebüt gegen Olympique Marseille verzeichnete der übertragende Fernsehsender "Canal+" Rekordeinschaltquoten und es wurde sogar eigens eine "Beckcam" installiert, die alle zwei Minuten den Engländer zeigte.
Doch "Becks" will nicht nur außerhalb des Platzes, sondern auch sportlich helfen. Schließlich hatte der Weltstar genügend Angebote vorliegen, um seine glanzvolle Karriere in China, Australien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten ausklingen zu lassen. Doch der "Glamour Boy" hat noch einmal die Herausforderung gesucht, der Ehrgeiz hat ihn gepackt. Und das merkt man ihm deutlich an.
Der 37-Jährige trainierte fleißig, um in die richtige Verfassung zu kommen. "Es war nicht so leicht, wieder richtig in Form zu kommen, aber jetzt fühle ich mich gut. In meinem Alter in einem solchen Verein mit solchen Spielern auflaufen zu können, macht mich stolz", sagte Beckham.
Ancelotti voll des Lobes
Gleich bei seinem ersten 15-minütigen Kurzauftritt deutete der Weltstar an, dass er sportlich eine Verstärkung sein könnte. Mit einem herrlichen Außenrist-Pass leitete er den Treffer zum 2:0 durch Zlatan Ibrahimovic ein. "David ist ein Spieler wie jeder andere in meinem Kader. Punkt. Die Frage, ob es sich um einen rein kommerziellen Transfer gehandelt hat, dürfte sich heute erledigt haben", stellte PSG-Trainer Carlo Ancelotti, unter dem Beckham bereits auf Leihbasis für den AC Mailand im Jahr 2009 spielte, klar.
Nur wenige Tage später feierte "Becks" im Pokal gegen Marseille sein Startelf-Debüt für die neureichen Franzosen und wurde kurz vor Schluss unter dem Applaus der Zuschauer ausgewechselt. Auch sein italienischer Trainer ist voll des Lobes: "Sein Positionsspiel und sein taktisches Verständnis sind exzellent. Von seiner Erfahrung müssen wir gar nicht reden. Er wird uns künftig sehr nützlich sein." Vielleicht schon am Mittwoch in der Champions League gegen den FC Valencia (ab 20:30 Uhr im Liveticker).
Obwohl er am Wochenende bei der 0:1-Niederlage gegen Stade Reims nach seiner Einwechslung in der 64. Minute blass blieb, winkt ihm im Achtelfinal-Rückspiel die Startelf, sind Ibrahimovic sowie Mittelfeldmann Marco Verrati doch gesperrt. Und wer weiß, ob die Experten dann immer noch die eine Meinung teilen.































