Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte steht der FC Augsburg im Viertelfinale des DFB-Pokals, zum ersten Mal wird auch das neue Stadion ausverkauft sein - doch Trainer Jos Luhukay will die Erwartungen vor dem Spiel des Jahres für den Fußball-Zweitligisten nicht zu hoch schrauben. "Ich habe meinen Spielern gesagt, dass sie die Partie genießen sollen. Ich will nicht noch mehr Druck ausüben", sagte der Niederländer vor dem Spiel am Mittwoch (19.00 Uhr/im Liveticker auf ran.de) gegen Erstligist 1. FC Köln.
Euphoriebremse
Allerdings ist es im Moment schwierig, die Euphorie beim FCA zu bremsen. Der Traditionsverein befindet sich in der 2. Liga seit Wochen im Höhenflug und klopft als Tabellendritter vehement ans Tor der Bundesliga. Da kam Luhukay die Nullnummer am Samstag bei Union Berlin fast schon gelegen. "Nach unseren starken Auftritten muss man der Mannschaft auch mal eine schwächere Leistung zugestehen." Im Stillen mag er sich dazu gedacht haben: Gut, dass es jetzt und nicht erst am Mittwoch passiert ist.
Denn bei einem Sieg gegen Köln winkt dem FCA nicht nur die beträchtliche Prämie von 1,75 Millionen Euro, für sieben Augsburger ist das Spiel auch ein Duell mit der eigenen Vergangenheit. Neben fünf Profis waren auch Trainer Luhukay und Manager Andreas Rettig einst für die Geißböcke tätig. Dass Augsburg nicht chancenlos in die Partie geht, belegt die Bilanz von fünf Liga-Spielen ohne Niederlage. Zudem räumten die bayrischen Schwaben in dieser Pokal-Saison mit dem SC Freiburg bereits einen Erstligisten aus dem Weg.
Darüber hinaus haben sie in Michael Thurk den derzeit mit Abstand treffsichersten Torschützen im deutschen Profi-Fußball in ihren Reihen. In Berlin gab es zwar auch für ihn kein Durchkommen, allerdings spricht das Gesetz der Serie dafür, dass ihm gegen Köln mindestens ein Treffer gelingen wird: Der 33-Jährige, der in der Liga bereits 19-mal getroffen hat, blieb in dieser Saison noch nie zwei Spiele hintereinander ohne Tor.
FCA baut auf Baier
Neben dem bundesligaerfahrenen Torgaranten bauen die FCA-Verantwortlichen auf die Kreativität von Mittelfeldspieler Daniel Baier, der in der Winterpause vom deutschen Meister VfL Wolfsburg nach Augsburg wechselte. Der 25-Jährige hatte bereits in der vergangenen Saison auf Leihbasis beim FCA gespielt und brachte sich bei Union in seinem ersten Spiel nach seiner Rückkehr mit einer für den Pokal folgenlosen Gelb-Roten Karte schon mal auf Betriebstemperatur.
Die Kölner werden aller Voraussicht nach wieder auf Lukas Podolski zurückgreifen können. Doch in Augsburg, so scheint es, ist die Euphorie momentan so groß, dass es niemanden interessiert, was der Gegner macht. "Wir freuen uns auf die Partie", sagt Baier und beschreibt die Stimmung rund um den Klub - Angst klingt anders.




