München - Trainer Jupp Heynckes sprach seiner erfolgreichen B-Elf ein "großes Kompliment" aus, Ersatzkapitän Arjen Robben war sogar "sehr stolz auf die Jungs" - allein: Wenn es am Samstag beim Hamburger SV wieder richtig ernst wird, müssen es doch wieder die Stars richten. "Wir sind bereit für Hamburg", sagte Robben - und mit "wir" meinte er nicht Emre Can, Diego Contento oder Mitchell Weiser, die sich beim lockeren 4:0 (1:0) in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen den 1. FC Kaiserslautern präsentieren durften.
2. Liga-Pleite in Folge verhindern
In Hamburg sollen die am Mittwochabend geschonten Manuel Neuer, Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger mit all den anderen Stars die zweite Liga-Niederlage hintereinander verhindern. "Wir müssen hellwach bleiben und dürfen nicht noch mal Punktverluste erleben", betonte Robben und gab verbal die Richtung vor, ganz so, wie er es zuvor in der Kabine und auf dem Platz getan hatte. Er habe "viel geredet" mit den Kollegen, sagte Robben. Doch er ließ auch Taten sprechen.
Das 1:0 von Claudio Pizarro (11.) bereitete er gekonnt vor, das zweite und vierte Tor erzielte er selbst (49., 88.). Nur an Pizarros 3:0 (58.) war er nicht beteiligt, Xherdan Shaqiri legte es mit seinem Freistoß auf. Und so brachte diese Begegnung dem FC Bayern immerhin die Erkenntnis, dass Robben nach vierwöchiger Pause wieder auf einem guten Weg ist. Weniger gelungen war dagegen der erste Auftritt von Javi Martinez als Innenverteidiger.
Pizarro hatte Spaß
Ins Gewicht fielen die Fehler des Spaniers nicht - auch, weil die Bayern in Pizarro den effizienteren Stürmer hatten. "Es hat mir viel Freude und viel Spaß gemacht, ich spiele ja nicht so oft", sagte der Peruaner, der wegen der nahenden Rückkehr von Mario Gomez in Kürze nur noch Angreifer Nummer 3 sein dürfte.
Sportvorstand Matthias Sammer wird aber auch ihn gemeint haben, als er von "guten Lichtblicken" sprach. Allzu lange dürfte Sammer diese Partie gleichwohl nicht mehr beschäftigen. Die Bundesliga ist es, die jetzt wieder zählt, und dort dürfte der Druck steigen.
Am Samstagabend, wenn die Bayern zum Topspiel beim HSV antreten (18.30 Uhr/Sky und Liga total!), könnte der Vorsprung auf Verfolger Schalke 04, der am Nachmittag in Hoffenheim antritt, auf einen Punkt geschrumpft sein. "Das spielt keine Rolle", beeilte sich Sammer zu betonen, "weil wir wissen, was wir können - und das ist eine ganze Menge."
Robben: "Müssen ruhig bleiben"
Überhaupt gaben sich die Münchner lässig. Druck? Ach was! "Wir müssen ruhig bleiben", mahnte Robben. Angst verspürten sie nicht, "aber wir müssen in jedem Spiel aufmerksam sein". Was Schalke oder sonstwer mache, sei dann völlig egal. Sammer gönnte sich in diesem Zusammenhang sogar ein kleines bisschen "Mia san mia", als er sagte: "Ich habe nicht das Gefühl, dass wir uns um andere kümmern müssen."
Das dürfte besonders dann gelten, wenn die Bayern das einlösen, was Thomas Müller am Mittwoch forderte. "In Hamburg war es in den vergangenen Jahren immer sehr schwer für uns, deswegen will ich da mal gewinnen, und das ist auch unser Ziel."































