Paris (SID) - Laurent Blanc hat dem Präsidenten des französischen Fußballverbandes die Schuld an seinem Rücktritt als Nationaltrainer gegeben. In einem offenen Schreiben an die Nachrichtenagentur AFP begründete der 46-Jährige seine Entscheidung, eine Vertragsverlängerung abzulehnen, in erster Linie mit dem Vorgehen von Noël Le Graët.
"Nach seiner Wahl hat mir Monsieur Le Graët eine Vertragsverlängerung bis 2014 angeboten. Ich wollte erst nach Abschluss der Qualifikation für die EM 2012 darüber verhandeln", erklärte Blanc: "Nach der erfolgreichen Qualifikation habe ich meinen Wunsch ausgedrückt, meine langfristige Zukunft zu regeln. Der Präsident hat die Lösung dieses Problems aber auf die Zeit nach der EM verschoben."
Bei diesem Treffen am 28. Juni habe man schließlich "keine gemeinsame Basis für zwei weitere Jahre gefunden. Bei diesen Bedingungen war für mich klar, dass ich meinen Vertrag nicht verlängern kann." Angeblich hätte Blanc auf die Hälfte seiner 22 Mitarbeiter verzichten müssen. Manch einer erachtet Le Graëts Angebot deshalb auch als Scheinofferte.
Zum Abschluss bedankte sich Blanc bei seinem Trainerstab, den Spielern, und "denen, die die französische Nationalmannschaft während dieser zwei Jahre unterstützt haben". Dem Verband und seinem Präsidenten dankte er nicht.
Der frühere Münchner Bundesliga-Profi Bixente Lizarazu bezeichnete den Rücktritt seines Teamkollegen beim WM-Triumph 1998 und dem EM-Sieg 2000 als "große Überraschung und großes Chaos". Er vermutet "eine persönliche Entscheidung, die möglicherweise mit der Diskussion mit Le Graët zusammenhängt. Beide sind sehr stur, niemand hat den ersten Schritt gemacht. Das war wie in einer Liebesbeziehung, wo beide darauf warten, dass der andere als Erster 'Ich liebe Dich' sagt. Nun hat es keiner gesagt, und man trennt sich."





