Er läuft und läuft und läuft...Beim deutschen Meister ist Sascha "Herbie" Riether der ausdauerndste aller "Wölfe". Ob unter Felix Magath, Armin Veh oder jetzt Lorenz-Günther Köstner - der 26-Jährige ist für den VfL Wolfsburg unverzichtbar. Und so wichtig, dass er wegen personeller Probleme bei den Niedersachsen am Donnerstag in der Europa League gegen den russischen Meister Rubin Kasan sogar als Innenverteidiger auflaufen muss.
"Sascha ist nicht nur ausdauernd, er ist auch sehr schnell und kann deshalb auch diese Position bekleiden", begründete der Interimscoach der Norddeutschen seine Entscheidung. Doch am wohlsten fühlt sich der ehemalige Freiburger auf der rechten Abwehrseite oder im rechten Mittelfeld.
"Gehört zu den Spielern, die immer hart an sich arbeiten"
Auf der rechten Spielfeldseite ist er vor knapp drei Jahren sofort zum Stammspieler geworden, dort hatte Riether seinen Anteil am Meistertitel in der vergangenen Saison. Für die Bundesliga entdeckt hatte ihn einst Magath, der insbesondere von der professionellen Arbeitseinstellung seines Schützlings stets beeindruckt war: "Er gehört zu den Spielern, die immer hart an sich arbeiten."
Auch wenn es manchmal schwerfällt, wie Riether mittlerweile nach dem Wechsel Magaths von Wolfsburg nach Schalke unumwunden eingesteht. "Unter ihm habe ich speziell in der Saisonvorbereitung so einige extrem harte Einheiten mitgemacht. Bei manchen Übungen habe ich gedacht: Was habe ich nur verbrochen", erinnert sich der konditionsstarke Dauerläufer.
Kein Kontakt zum DFB-Trainerteam
Dass er eher ein stiller Leistungsträger ist, machte sich bei der sportlichen Talfahrt der Wolfsburger in den Wintermonaten negativ bemerkbar. Obwohl auch wegen seines Fremdsprachentalents in der Mannschaft sehr beliebt, ging auch Riether auf Tauchstation und beschäftigte sich in erster Linie mit sich selbst. "Ich hätte mehr Verantwortung übernehmen müssen, das war vielleicht ein Fehler", räumt Riether mittlerweile ein.
Erstaunlich, dass sein Kontakt zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) völlig verloren gegangen ist. Nach seiner Zeit als Kapitän der U21-Nationalmannschaft riss die Verbindung ab, Riether konnte nur zusehen, wie seine Teamkollegen Christian Gentner und Marcel Schäfer erste A-Länderspiele absolvierten.
"Finale wäre etwas ganz Besonderes"
Daher hat er sich ein neues eigenes sportliches Ziel gesteckt. Riether: "Ein Finale in einem internationalen Wettbewerb wäre etwas ganz Besonderes für mich." Und natürlich auch für den VfL Wolfsburg, in dessen Vereinschronik bislang nur eine Teilnahme am DFB-Pokalfinale 1995 in Berlin verzeichnet ist (0:3 gegen Borussia Mönchengladbach).





