Hannover/Moskau - Mirko Slomka schüttelte den Schock trotzig ab. Nach der ernüchternden 1:3-Pleite bei der Millionen-Truppe von Anschi Machatschkala (die Highlights im Video) versuchte er, tapfer zu sein, und klammerte sich an die Hoffnung. "Wir haben uns noch nicht aufgegeben", sagte der Trainer von Hannover 96. Für das Rückspiel in der Europa-League-Zwischenrunde kommende Woche (am 21. Februar ab 20.15 Uhr im Livestream bei ranON und live bei kabel eins) fordert Slomka Wiedergutmachung von seiner Mannschaft. "Das wird sehr schwer. Aber wir werden alles versuchen, noch etwas zu bewegen."
Hannover 96 mit dem Ergebnis noch gut bedient
Doch mit der Hoffnung ist das so eine Sache. Die Russen sagen, sie sei "ein Seil, auf dem viele Narren tanzen". Und nach dem Auftritt von 96 in Moskau ist ein Sturz in die Tiefe mehr als wahrscheinlich. Phasenweise spielte der Fußball-Bundesligist wie ein Neuling auf europäischer Bühne. Die Abwehr verdiente ihren Namen im 25. Europa-League-Spiel der Vereinsgeschichte nicht, sie wurde von den Superstars Samuel Eto'o (VIDEO: Arroganter Eto´o) und Willian immer wieder schwindlig gespielt. Und der Sturm vergab seine Möglichkeiten teils kläglich.
Am Ende war Hannover mit dem 1:3 noch gut bedient. "Anschi ist im Konterspiel unheimlich stark", sagte Slomka, 96 war mit den eigenen Waffen geschlagen worden. Nach dem Führungstreffer von Szabolcs Huszti (22.) machten Eto'o (34.), Odil Ahmedow (48.) und Mbark Boussoufa (64.) für die Russen alles klar.
Gegen den Retortenklub aus der Unruheprovinz Dagestan im Nordkaukasus, der seine Heimspiele im Europapokal aus Sicherheitsgründen in der russischen Hauptstadt austragen muss, kassierte Hannover im 35. Pflichtspiel der Saison bereits die Gegentore 59 bis 61 (1,74 im Schnitt). Und dabei wirkte Anschi nicht eingespielt. Das Team von Trainer Guus Hiddink hatte zuvor wegen der langen Winterpause in Russland zwei Monate pausiert und sich lediglich mit einem zweieinhalb Wochen langen Trainingslager auf die Partie vorbereitet. Trotzdem stand die 96-Defensive viel zu oft vor unlösbaren Aufgaben.
Hoffnung ist noch da
Die eklatante Abwehrschwäche ist auch der Grund, weshalb die Niedersachsen nach zwei berauschenden Spielzeiten wieder im grauen Mittelmaß der Liga zu verschwinden drohen. Mit Rang neun hinkt der Klub den Erwartungen hinterher. Am Sonntag steht 96 beim 1. FC Nürnberg gehörig unter Druck, wenn der Anschluss an die Europapokal-Plätze nicht verloren gehen soll. Allerdings könnten die Voraussetzungen besser sein: Hannover hat die vergangenen fünf Auswärtsspiele alle verloren.
In der heimischen Arena läuft es besser - in der Liga und in Europa. Und so hoffen die 96er, nächste Woche mit den eigenen Fans im Rücken doch noch ein kleines Wunder zu schaffen. "Zwei Tore können wir immer noch umbiegen", sagte Jan Schlaudraff. Sein Sturmkollege Mohammed Abdellaoue meinte: "Im Rückspiel ist noch alles möglich. Hoffentlich kommen wir dort noch einmal zurück ins Duell." Aber mit der Hoffnung ist das ja so eine Sache.


































































