Leverkusen - Die Ergebniskrise hat Bayer Leverkusen fest im Griff - und dem zuletzt noch so hochgelobten Werksklub bleibt kaum Zeit für geeignete Gegenmaßnahmen. Nur knapp 43 Stunden nach seiner Europa-League-Pleite trifft Bayer nach vier Pflichtspielen ohne Sieg am Samstag auf den Tabellenvorletzten FC Augsburg, der immerhin im neuen Jahr in der Liga noch ungeschlagen ist.
Die Entschlossenheit fehlt
"Die sind unangenehm zu spielen und haben zu Recht noch kein Spiel verloren. Sie waren auch in den Begegnungen, die unentschieden endeten, die bessere Mannschaft", sagte Trainer Lewandowski. Ein Sieg gegen die Schwaben wird in Bayers derzeitiger Verfassung kein Selbstläufer. Wie zuletzt in der Bundesliga (0:0 in Freiburg, 2:3 gegen Dortmund und 3:3 in Mönchengladbach) offenbarten die Rheinländer auch beim 0:1 (0:0) im Zwischenrunden-Hinspiel gegen Benfica Lissabon (die Highlights im Video) am Donnerstagabend die größte Schwachstelle: Bis zum Strafraum wird teilweise schön kombiniert, doch Entschlossenheit im Torabschluss sieht anders aus. Mehr als brotlose Kunst springt nicht heraus!
"Der letzte Tick Konsequenz fehlt, die Galligkeit", analysierte Lewandowski. Die will der Tabellendritte gegen den FCA wieder zeigen und auf den Erfolgspfad zurückkehren. Schließlich gilt es, Selbstvertrauen für das Rückspiel am kommenden Donnerstag im Estadio da Luz (Stadion des Lichts) gegen Portugals Rekordmeister zu tanken. Denn noch sieht Sportchef Rudi Völler eine "kleine Chance" auf das Weiterkommen, er baut darauf, dass der Mannschaft in Lissabon ein Licht aufgeht: "Wir sind nicht abgeschossen worden. Die erste Halbzeit ist gespielt und es steht 0:1. Aufgeben tun wir auf keinen Fall."
Benfica hat die bessere Bank
Für Völler war entscheidend, dass das Benfica-Siegtor durch den Paraguayer Oscar Cardozo (61.) genau im Gegenzug gefallen war, nachdem die Hausherren vor 25.375 frierenden Zuschauern durch Michal Kadlec und Lars Bender die bis dahin beste Chance zur eigenen Führung vergeben hatten. "Uns fehlt das Aktionsglück", betonte der Weltmeister von 1990, "im Rückspiel heißt es: alles oder nichts!"
Nicht gerade glücklich agierte das Trainerduo Lewandowski/Hyypiä indes mit seiner Rotation gegen die ausgebufften Benfica-Profis. Drei Spieler wurden neu in die Startformation genommen, die Leistungsträger Andre Schürrle und Gonzalo Castro zudem früh ausgewechselt. Auch Benfica ließ etliche Leistungsträger draußen, hat aber offenbar auch die deutlich bessere Bank. Im Rotations-Roulette hatte der 32-malige portugiesische Meister und ungeschlagene Tabellenzweite klar die Nase vorn.
Jorge Jesus als Mahner
Benfica-Coach Jorge Jesus dürfte zudem sichtlich erleichtert gewesen sein, als vor allem Schürrle und Castro das Spielfeld verließen. Denn dieses Duo und Bayer-Torjäger Stefan Kießling ("Sie entwickeln sehr viel Druck nach vorne") fürchtete er am meisten. Jesus warnte sein Team allerdings davor, zu glauben, das Achtelfinale sei bereits erreicht: "Leverkusen traue ich auch zu, bei uns zu gewinnnen."
Das dürften die Bayer-Verantwortlichen nach einem total verkorksten Europacup-Abend wohlwollend zur Kenntnis genommen haben.


































































