Es gibt einen Twitter-Account, der die besten Zitate von Star-Trainer Peter Neururer aus dem Netz fischt und an eine gespannte Öffentlichkeit weitergibt. Neulich stand dort: "Als Trainer in Saarbrücken wollte ich Axel Kruse verpflichten. Während der Verhandlungen hat Kruse erst mal eine Runde Pils bestellt."
Ein zweiter Tweet folgte: "Dann hat Kruse zu meinen Zigaretten gegriffen und sagte: Die gleiche Marke rauche ich auch."
Das Kruse-Bild: Trinken, Rauchen, Ausrasten
Das ist bis heute die Legendenbildung zur Person Axel Kruse: Ein Profi, der trank und rauchte, sich in der Halbwelt herumtrieb und auf dem Platz ausrastete. Letzteres tat er genau einmal richtig, und zwar 1993 im Spiel seiner Frankfurter Eintracht gegen den 1. FC Kaiserslautern.
Der Schiedsrichter gab ihm den verlangten Elfmeter nicht, Kruse brüllte ihn an und schubste ein bisschen, der Schiri "kugelte herum wie der Osterhase." Kruse bekam die Rekordsperre von zehn Spielen und war abgestempelt. Dass er danach, in den Medien als Amokläufer dargestellt, nicht aufhörte, ist Christoph Daum zu verdanken, der sein Rücktrittsgesuch angeblich mit den Worten quittierte: "Die regen sich schon ab."
Die Kruse-Wahrheit: Flucht, Fußballer und Football-Champion
Dass Axel Kruse ein großartiger Bundesliga-Stürmer und ein fast noch besserer Football-Kicker bei den Berlin Thunder war, mit denen er zwei Mal die World Bowl gewann, gerät da fast in den Hintergrund. Dass er eine bewegte persönliche Biographie mit einer Flucht aus der ehemaligen DDR über Kopenhagen nach West-Berlin erlebt hat, interessierte lange niemanden. Und heute?
Heute ist Kruse, gelernter Maschinen- und Anlagenschlosser, erfolgreicher Medienunternehmer und Sportjournalist. Und natürlich ein mehr als interessanter Gast für ranON, wo er Donnerstag ab 18.30 Uhr anlässlich der Live-Übertragung des VfB Stuttgarts gegen Lazio Rom über seinen alten Verein, Christoph Daum (zu Gast im TV) und den Unterschied zwischen Fußball- und Football-Mannschaftsfeiern spricht.
















