Houston - Basketball-Nationalspieler Tim Ohlbrecht hat es geschafft. Der 24 Jahre alte Center unterschrieb am Montag einen Vertrag beim NBA-Klub Houston Rockets. In Houston erhält Ohlbrecht einen Vertrag bis zum Saisonende mit der Option einer Verlängerung um zwei Jahre. Neben Superstar Dirk Nowitzki und Chris Kaman ist Ohlbrecht damit aktuell der dritte deutsche Profi in der stärksten Liga der Welt.
"Ich habe es geschafft! Kann es kaum glauben. Mein Traum ist jetzt Realität. Danke an alle, die mich auf meinem Weg unterstützt haben!", schrieb Ohlbrecht auf der Internet-Plattform Instagram und nahm nach Bekanntwerden des Deals schon zahlreiche Glückwünsche entgegen. "Lebe Deinen Traum", schrieb unter anderem sein Nationalmannschaftskollege Jan-Hendrik Jagla.
Bundestrainer Menz freut sich
Auch Bundestrainer Frank Menz freute sich für seinen Schützling: "Es zeugt von großem Willen und Ehrgeiz, den harten Weg durch die D-League zu gehen. Er musste sich richtig durchbeißen und sich jeden Tag beweisen - und das in einem Team, in dem eigentlich jeder Spieler nur für seine Statistiken spielt."
Am Sonntag kommt es in Dallas womöglich zum ersten Aufeinandertreffen von Ohlbrecht mit Nowitzki und Kaman, wenn die Rockets als direkter Rivale um einen Play-off-Platz bei den Mavericks gastieren. Der Liganeuling hat gute Chancen, mit seinem neuen Team die Play-offs zu erreichen.
Ohlbrecht spielt seit dem vergangenen November in der NBA-Entwicklungsliga für die Rio Grande Valley Vipers, das Farm-Team der Rockets. Für die Vipers hat der 2,10 m große Hüne 32 Spiele absolviert, davon 29 als Starter. Im Schnitt kommt der gebürtige Wuppertaler auf 13,4 Punkte und 7,4 Rebounds. Ohlbrecht hatte bereits 2010 einen Versuch unternommen, es in die NBA zu schaffen, wurde im Draft aber von keinem Klub ausgewählt.
In der Bundesliga war Ohlbrecht zwischen 2006 und 2012 für die Brose Baskets Bamberg, Telekom Baskets Bonn und Frankfurt Skyliners aktiv. An der Seite von Nowitzki nahm er unter anderem an den Olympischen Spielen 2008 in Peking teil und bringt es aktuell auf 67 Länderspiele. Im Sommer will er mit dem Nationalteam bei der EM in Slowenien antreten.
Ohlbrecht sechster Deutscher
Tim Ohlbrecht hat als sechster deutscher Spieler den Sprung in die nordamerikanische Basketball-Profiliga NBA geschafft. Vor dem 24-Jährigen standen bislang lediglich Frido Frey, Uwe Blab, Chris Welp, Detlef Schrempf und Dirk Nowitzki im Kader eines Klubs aus der besten Liga der Welt. Die gebürtigen Amerikaner Chris Kaman und Shawn Bradley waren eingebürgert worden, um für die Nationalmannschaft spielberechtigt zu sein.
Den Anfang machte Frey im Gründungsjahr der Liga 1946 als Spieler der New York Knicks, Blab und Schrempf trugen ab 1985 das Trikot der Dallas Mavericks. Zwei Jahre später folgte Welp (Philadelphia 76ers). Auch Dirk Nowitzki wurde zur Saison 1998/99 zu den Mavericks geholt und debütierte am 5. Februar 1999 gegen die Seattle SuperSonics, für die mittlerweile Schrempf spielte.
Nowitzki hat als einziger deutscher Profi in der NBA nie den Verein gewechselt und den Titel geholt. 2011 wurde der 34-Jährige mit Dallas NBA-Champion.
Die deutschen NBA-Profis in der Übersicht:
Frido Frey: New York Knicks (1946/47)
Uwe Blab: Dallas Mavericks (1985-1989), Golden State Warriors (1989/90), San Antonio Spurs (1989/90)
Chris Welp: Philadelphia 76ers (1987-1989), San Antonio Spurs (1989/90), Golden State Warriors (1989/90)
Detlef Schrempf: Dallas Mavericks (1985-1989), Indiana Pacers (1989-1993), Seattle SuperSonics (1993-1999), Portland Trail Blazers (1999-2001)
Dirk Nowitzki: Dallas Mavericks (seit 1998)
Tim Ohlbrecht: Houston Rockets (seit 26. Februar 2013)






















