Frankfurt/Main - Die erste Fahrt auf den Spielerparkplatz der Washington Redskins dürfte Alfred Morris lautes Gelächter eingebracht haben. Neben weiß glänzende Mercedes-Sportwagen und schwarze Geländewagen von Ford stellte der frisch gebackene Football-Profi sein "Schmuckstück": Einen silbernen, leicht lädierten Mazda 626, Baujahr 1991. "Schönheit liegt eben im Auge des Betrachters", sagt Morris, der sein Auto trotz allem liebevoll als "Bentley" bezeichnet.
Auch zu Beginn der Play-offs in der amerikanischen Profiliga NFL bleibt der Running Back auf dem Boden der Tatsachen, trotz einer bislang überragenden Saison. Dass Washington am "Wild Card Weekend" am Sonntag als gesetztes Team gegen die Seattle Seahawks startet, liegt vor allem auch an Morris. Zusammen mit seinem kongenialen Quarterback Robert Griffin III. führte der 24-Jährige die Redskins zum ersten Division-Titel (NFC-East) seit 1999. Im entscheidenden Spiel gegen die Dallas Cowboys lief Morris über 200 Yards und zu drei Touchdowns. "Für dieses Team ist der Himmel die Grenze", sagte Griffin nach dem Spiel.
Morris: "Ich bin einfach nur Alfred"
Morris, der nach seinem Wechsel in die Hauptstadt die 20 Stunden aus Florida selbstverständlich mit dem "Bentley" fuhr, spricht bescheidener über seinen Aufstieg. "Ich bin kein Star und werde auch niemals einer sein", sagt der in Pensacola geborene NFL-Neuling: "Andere denken das vielleicht - aber ich bin einfach nur Alfred." Seinen Mazda, der beim Redskin-Anhang längst Kult ist, werden noch seine Kinder fahren. "Wenn etwas kaputt geht, repariere ich das schon", sagte er.
Seattles Quarterback Russell Wilson ist ein weiterer der "jungen Wilden", deren Geschichten in den USA so gerne erzählt werden. Beide Mannschaften gehen mit dem Selbstvertrauen von sieben Siegen aus den vergangenen acht Partien in die Play-offs. Im zweiten Wild-Card-Spiel der National Conference (NFC) reisen die Minnesota Vikings in der Nacht zum Sonntag zu den Green Bay Packers, die Sieger treffen im Conference-Halbfinale auf die Atlanta Falcons und die San Francisco 49ers.
In der American Conference (AFC) spielen die Houston Texans gegen die Cincinnati Bengals und die Baltimore Ravens gegen die Indianapolis Colts. Die Gewinner dieser Begegnungen treffen am zweiten Januar-Wochenende auf die bereits qualifizierten Denver Broncos und Vorjahresfinalist New England Patriots mit dem Deutschen Sebastian Vollmer (Kaarst). Die Broncos um Quarterback Peyton Manning zogen nach durchwachsenem Saisonstart mit elf Siegen nacheinander in die Play-offs ein.
Die sogenannten Conference Championships finden am 20. Januar statt. Im Superdome von New Orleans wird am 3. Februar Super Bowl Nummer 47 ausgetragen.
Die Playoffs in der National Football League (NFL) in der Übersicht:
Wild Card Games, 5./6. Januar 2013:
5. Januar:
AFC: Houston Texans (3. der Setzliste) - Cincinnati Bengals (6.),
NFC: Green Bay Packers (3.) - Minnesota Vikings (6.)
6. Januar:
AFC: Baltimore Ravens (4.) - Indianapolis Colts (5.)
NFC: Washington Redskins (4.) - Seattle Seahawks (5.)
Divisional Playoffs, 12./13. Januar 2013:
12. Januar:
AFC: Denver Broncos (1.) - schlechtere Mannschaft der Setzliste
NFC: San Francsisco 49ers (2.) - bessere Mannschaft der Setzliste
13. Januar:
AFC: Atlanta Falcons (1.) - schlechtere Mannschaft der Setzliste
NFC: New England Patriots (2.) - bessere Mannschaft der Setzliste
Conference Finals 2013, 20. Januar 2013 (im Livestream auf ran.de)
Super Bowl XLVII (47) in New Orleans, 3. Februar 2013 (live in SAT.1 und auf ran.de)














