15.02.13Biathlon

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Biathlon-WM: Deutsche Frauen erstmals seit 1993 ohne Staffel-Medaille

Enttäuschung bei der Biathlon-WM in Nove Mesto: Die deutschen Biathletinnen haben erstmals seit 18 Jahren eine WM-Staffelmedaille verpasst.

Laura Dahlmeier lieferte in der Staffel eine starke Leistung ab
Laura Dahlmeier lieferte in der Staffel eine starke Leistung ab © Getty

Nove Mesto - Lange Gesichter bei den deutschen Biathletinnen: Die erfolgsverwöhnten Skijägerinnen haben nach unnötigen Patzern am Schießstand erstmals seit 18 Jahren eine WM-Staffelmedaille verpasst. Das deutsche Quartett mit Franziska Hildebrand, Miriam Gössner, Laura Dahlmeier und Andrea Henkel landete über 4x6 km in Nove Mesto nach zwischenzeitlicher Führung auf Rang fünf und verpasste mit 30,9 Sekunden Rückstand die Titelverteidigung über 4x6 km. Insgesamt elf Nachlader waren für den Sprung aufs Podest zu viel.

Seit 1995 hatten die deutschen Frauenteams zuvor 14 Medaillen in Serie gewonnen, 1993 in Bulgarien waren sie letztmals ohne Edelmetall geblieben. Silber für Henkel im Einzel bleibt damit die einzige deutsche Medaille in Nove Mesto. Den Sieg vor 27.000 Zuschauern in der ausverkauften Vysocina Arena sicherte sich Norwegen vor der Ukraine und Italien.

Startläuferin Hildebrand machte ihre Sache zunächst gut und brachte im Liegendschießen alle Schüsse im Ziel unter. Nach einem Sturz auf der zweiten Runde vermied die 25-Jährige aus Clausthal-Zellerfeld anschließend nur knapp den Gang in die Strafrunde und benötigte alle drei Nachlader.

Starke Vorstellung von Laura Dahlmeier

"Laufwunder" Miriam Gössner übernahm mit knapp 40 Sekunden Rückstand an Position 14, benötigte aber bereits beim ersten Schießen drei Extrapatronen und fiel zunächst weiter zurück. Auf der kurzen und leichten Laufrunde konnte die zweimalige Staffel-Weltmeisterin kaum Zeit gut machen, durch zwei weitere Nachlader geriet die Aufholjagd zusätzlich ins Stocken.

"Das war nicht ganz so glücklich, ich hätte gerne mehr Zeit aufgeholt", sagte Gössner: "Es ist ein bisschen schade, dass man auf der Strecke nicht so viel gut machen kann. Ich habe trotzdem versucht, alles zu geben."

Die 19 Jahre alte WM-Debütantin Laura Dahlmeier, die überraschend für Nadine Horchler ins Team gerutscht war und erstmals in einer deutschen Frauenstaffel lief, zeigte überhaupt keine Nerven und traf ihre ersten fünf Schüsse souverän. Die dreimalige Junioren-Weltmeisterin hielt gut mit der Weltspitze, versenkte auch bei ihrer zweiten Serie alle Schüsse und übernahm dann die Führung.

"Sie hat sich schon am Morgen richtig auf das Rennen gefreut, sie war überhaupt nicht nervös", sagte Gössner, die vor den Monitoren mit ihren Teamkolleginnen lachte und jubelte, als Dahlmeier Treffer um Treffer ins Ziel brachte.

Andrea Henkel zeigt Nerven

Schlussläuferin Andrea Henkel benötigte im Liegendschießen zunächst einen Nachlader und im letzten Schießen zwei Extrapatronen. Das war schlussendlich zu viel, um mit der Spitze mitzuhalten.

Das Abschluss-Wochenende der ersten WM in Tschechien beginnt am Samstag (15.15 Uhr/ZDF) mit der Staffel der Männer. Auf die Jagd nach der ersten deutschen Herren-Medaille gehen Simon Schempp (Uhingen), Andreas Birnbacher (Schleching), Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) und Erik Lesser (Frankenhain) mit einer äußerst offensiven Aufstellung.

Im Vorjahr hatte das Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) bei der Heim-WM in Ruhpolding die Bronzemedaille gewonnen. "Wir werden uns mächtig zusammenreißen und noch mal alles geben, um mit der Staffel endlich diese Medaille zu holen", sagte Peiffer. Zum WM-Abschluss stehen am Sonntag bei den Frauen und Männern die Massenstarts auf dem Programm.

© SID

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