Bundesliga

Kießling-Kritik an Bayer-Profis: "Wir waren keine richtige Mannschaft"

Für Stefan Kießling war ein Mentalitätsproblem ausschlaggebend dafür, dass Bayer Leverkusen in der vergangenen Saison seine Ziele klar verfehlt habe. Auch wegen des Trainerwechsels macht er weiter.

16.07.2017 10:28 Uhr / SID
Kießling übt nach der schwachen letzten Saison Kritik
Kießling übt nach der schwachen letzten Saison Kritik © FIROFIROSID

Leverkusen - Für Ex-Nationalspieler Stefan Kießling war ein Mentalitätsproblem ausschlaggebend dafür, dass Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusenin der vergangenen Saison seine Ziele klar verfehlt habe. "Aus dem letzten Jahr müssen wir die richtigen Lehren ziehen", sagte der 33 Jahre alte Angreifer im Interview mit der "Bild am Sonntag".

Kießling weiter: "Es reicht nicht, wenn viel individuelle Qualität vorhanden ist. Wir waren keine richtige Mannschaft. Heiko Herrlich (der neue Bayer-Coach, d.Red.) hat vom ersten Tag an bei uns genau da angesetzt und vermittelt, dass man nur gemeinsam etwas erreichen kann. Er hat es als Spieler ja selbst so erlebt."

Unter Schmidt "kaum noch realistische Einsatzchancen"

Für den Ex-Nürnberger ist auch klar, dass er - wäre Roger Schmidt immer noch Chefcoach beim Werksklub - seine Karriere beendet hätte: "Ich denke nicht, dass ich dann weitergemacht hätte. Ich sage das ohne Groll. Aber mein Gefühl sagt mir, dass ich dann kaum noch realistische Einsatzchancen bekommen hätte." Der Torjäger laboriert immer noch unter großen Hüftbeschwerden ("Ich habe die Schmerzen im Griff"), will der Mannschaft aber trotzdem in der Saison 2017/18 auf dem Platz weiterhelfen.

Herrlich hat ihn offenbar überredet, weiterzumachen. "Einige Tage nach seiner Verpflichtung habe ich den neuen Trainer angerufen. Ich war da noch auf Ibiza, wäre auch zu einem persönlichen Treffen eingeflogen, weil er auch kurz vor dem Urlaub stand. Dann haben wir länger gesprochen - und waren schnell auf einer Wellenlänge", betonte Kießling.

Der einstige Nationalspieler und Ex-Coach von Jahn Regensburg habe ihm gesagt, "dass ich dieses Jahr genießen soll. Mir ist auch klar, dass ich nicht mehr jedes Spiel machen werde. Noch fünf Spiele, dann knacke ich die Marke von 400 Bundesliga-Spielen, das bedeutet mir viel. Ich brauche das Gefühl, dass ich gebraucht werde. Und dieses Gefühl habe ich wieder."

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