Bundesliga

Telekom Cup

Team-Check: Die Lehren aus dem Telekom Cup

Der Telekom Cup war für Bayern, Hoffenheim, Bremen und Gladbach der erste große Test der Saisonvorbereitung (alle Highlights auf ran.de). Doch welche Lehren können aus den Partien gezogen werden? ran.de nennt die wichtigsten Erkenntnisse zu jedem Klub.

16.07.2017 13:10 Uhr / ran.de / Alessa-Luisa Naujoks

Mönchengladbach - Der FC Bayern München feierte beim Telekom Cup im Gladbacher Borussia Park durch einen 2:0-Sieg im Endspiel gegen Werder Bremen den ersten kleinen Titelgewinn des Jahres.

Neben dem unverändert dominanten Auftreten des deutschen Rekordmeisters stand vor allem Neuzugang James im Fokus - und sein Startplatz-Duell mit Thomas Müller.

Beim Finalgegner von der Weser überraschte Coach Alexander Nouri mit einer bestens gefüllten Ersatzbank - und verzichtet dennoch auf Wechsel.

Anders machte es die Konkurrenz aus Hoffenheim und Gladbach: Julian Nagelsmann und Dieter Hecking rotierten, die deutlich erkennbaren Baustellen im Team blieben aber bestehen.

ran.de macht den Check: Welche Lehren können aus den jeweils zwei Testspielen gezogen werden?

FC Bayern: Müller oder James? Von wegen!

Durch den Transfer von James Rodriguez zum FC Bayern rückte beim Telekom Cup neben dem Star-Neuzugang unweigerlich auch der in der vergangenen Saison so oft kritisierte Thomas Müller wieder in den Blickpunkt.

Nachdem Trainer Carlo Ancelotti über seinen Wunsch-Spieler schwärmte und versprach, James "darf dort spielen, wo er sich am wohlsten fühlt", wurde schnell ein hartes Startelf-Duell bei den Münchnern vorher gesagt: Müller oder James, wer darf auf der Zehn ran? 

Das Final-Spiel der Bayern gegen den SV Werder Bremen zeigte jedoch: Warum entweder oder, wenn auch beides geht? Ancelotti rotierte Stürmer Robert Lewandowski auf die Bank, schickte Müller im Zentrum auf Torjagd und brachte James auf dem rechten Flügel.

Das Ergebnis: ein Duo mit ganz viel Offensiv-Potenzial und eine wahre Alternative für Bayerns Aufstellung. 

Müller drehte sogar richtig auf, schoss das 1:0, legte das 2:0 auf und bot eine richtig starke Partie. Ein positiver Nebeneffekt des neuen Konkurrenzkampfes im Team? Vom schwachen Müller der Vorsaison war jedenfalls nichts mehr zu sehen.

Auch Corentin Tolisso konnte bei seinem Debüt im Trikot des FC Bayern überzeugen, spielte in der ersten Partie gegen die TSG 1899 Hoffenheim neben Thiago im Mittelfeld und hatte in den 45 Minuten einige gute Szenen - auch vor dem Tor.

An Motivation, Einsatz und Erfolgshunger mangelte es dem 22-jährigen Franzosen auch im Test-Kick nicht, nach einer vergebenen Torchance war sein Ärger groß. Ein weiterer Transfer, der Ancelotti neue Möglichkeiten im Mittelfeld bietet. 

Werder Bremen: Trainer und die Personalentscheidungen

Bremens Trainer Alexander Nouri reiste mit seinem kompletten Team aus dem Trainingslager im Zillertal nach Mönchengladbach. 14 Auswechselspieler nahmen auf der Ersatzbank Platz.

Der einzige Wechsel über beide Partien hinweg war jedoch der Tausch der Torhüter: Für Neuzugang Jiri Pavlenka, der im ersten Spiel gegen Gladbach zum Einsatz kam, stand später im Finale gegen die Bayern Ersatzmann Michael Zetterer zwischen den Pfosten. Die restliche Mannschaft blieb über die 90 Minuten unverändert.

"Wir wollten die Grenzen im physischen Bereich noch einmal verschieben. Das ist uns gut gelungen. Es war unser Ziel, vom Körperlichen komplett präsent zu sein", erklärte Nouri später seine Taktik.

Die wichtigste Erkenntnis aus dem Testturnier ist für die Bremer daher: Ziel erreicht, die Mannschaft ist viel gelaufen und hat in den Augen des Trainers "alles gegeben". Werder präsentiert sich schon zu einem frühen Zeitpunkt der Vorbereitung in einer guten Form.

Eine andere Frage bleibt hingegen weiterhin offen: Wer trägt in der kommenden Saison die Kapitänsbinde?

Nach dem Bremen-Aus von Claudio Pizarro ist längst bekannt, dass Alexander Nouri auch unbequeme, überraschende Personalentscheidungen treffen kann.

Zwar hat sich Nouri zunächst auf Zlatko Junuzovic festgelegt, allerdings ist ein Abschied des Österreichers durchaus noch denkbar. Auch wenn er zuletzt ein Angebot von Trabzonspor abgelehnt hatte.

Und so passt es ins Bild, dass der Trainer nicht Fin Bartels oder Max Kruse, sondern ausgerechnet Thomas Delaney als Ersatz-Kapitän aufs Spielfeld schickte.

Der Däne war erst im Winter an die Weser gewechselt, hatte verletzungsbedingt fünf Partien in der Bundesliga-Rückrunde verpasst und doch sich eine sehr wichtige Rolle in der Mannschaft erarbeitet.

1899 Hoffenheim: Fünferkette ist noch keine Lösung

Auf die Hoffenheimer wartete mit dem FC Bayern direkt im ersten Spiel die wohl größte Herausforderung. Gleichzeitig war es auch eine erste Bestandsprobe für die neu zusammengesetzte Abwehr mit Kevin Vogt und Justin Hoogma im Zentrum - und ohne Neu-Bayer Niklas Süle.

Auffällig dabei: Bei gefährlichen Angriffen der Münchner zog sich die TSG zu einer Fünferkette zurück, die allerdings wenig erfolgreich agierte.

Stattdessen wirkte das vermeintliche Abwehrbollwerk sehr statisch und bekam keinen Zugriff auf die schnellen Bayern. Soll diese Taktik den Hoffenheimern auch auf ihrer Reise in die Champions League helfen, wartet daran noch einiges an Arbeit. 

Nagelsmann rotierte danach für die Partie um Platz drei gegen Gladbach in der Verteidigung durch, brachte Fabian Schär, Armin Bicakcic und Benjamin Hübner. Die neue Formation trug immerhin ihren Teil dazu bei, dass die TSG beim 6:5-Sieg nach Elfmeterschießen in den 45 Minuten ohne Gegentor blieb.

Für den Trainer heißt es nun, in der weiteren Vorbereitungszeit die ideale Konstellation zu finden. Dass das Team in der abgelaufenen Liga-Saison nur 37 Gegentore kassierte, war schließlich ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.

Mönchengladbach: Kein Sieg, kein Tor - nur Ernüchterung

Ausgerechnet beim Gastgeber lief vor den eigenen Fans im heimischen Borussia Park nicht wirklich viel zusammen. Die Gladbacher blieben ohne Sieg, schossen kein Tor aus dem Spiel heraus und taten sich sichtlich schwer. 

Zwar standen mit Reece Oxford, Denis Zakaria, Mickael Cuisance und Vincenzo Grifo direkt vier Neuzugänge auf dem Platz, allein daran kann der ausbleibende Erfolg aber nicht festgemacht werden. 

Trainer Dieter Hecking war alles andere als begeistert und gab schimpfend zahlreiche Anweisungen von der Seitenlinie. Während sein Team gegen Bremen noch versuchte, das Spiel in die Hand zu nehmen und dominant aufzutreten, ließ die Fohlenelf im Duell gegen die TSG ihre Spritzigkeit vermissen.

Die wichtigste Erkenntnis des Tages: Bis zum ersten Pflichtspiel am 11. August im DFB-Pokal bei Rot-Weiss Essen bleibt noch genug Zeit, um sich in allen Bereichen des Teams zu verbessern.

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