England

Missbrauchsskandal: FA-Chef glaubt nicht an Vertuschung

FA-Geschäftsführer Martin Glenn bezweifelt, dass die Missbrauchsfälle im englischen Fußball absichtlich vertuscht wurden. In der heutigen Zeit seien solche Vergehen eher unwahrscheinlich.

01.12.2016 14:41 Uhr / SID
Glenn will die Geschehnisse der Vergangenheit aufklären
Glenn will die Geschehnisse der Vergangenheit aufklären © AFPSIDPAUL ELLIS

London - Geschäftsführer Martin Glenn vom englischen Verband FA glaubt mit Blick auf die Missbrauchsaffäre im nationalen Jugendfußball nicht an aktive Vertuschung. Die polizeilichen Ermittlungen sowie die interne Untersuchung der FA würden dabei helfen, "Probleme aufzudecken, die sich nicht wiederholen dürfen", sagte Glenn. Eine Vertuschung bezweifle er jedoch.

Dennoch sei die FA fest entschlossen, "alles, was in der Vergangenheit geschehen ist, ans Licht zu holen", sagte Glenn: "Wenn es Beweise für eine Vertuschung gibt, werden wir durchgreifen. Die Größe des Klubs spielt dann keine Rolle."

Verbrechen absichtlich verschwiegen?

England wird seit zwei Wochen von dem Missbrauchsskandal erschüttert. Fast täglich melden sich Betroffene, darunter frühere Nationalspieler, die als Kinder und Jugendliche meist in den 1980er- und 90er-Jahren von Trainern oder Scouts auch großer Klubs sexuell missbraucht worden sein sollen.

Der FA-Vorsitzende Greg Clarke sprach zuletzt von "abscheulichen Verbrechen" und wollte nicht ausschließen, dass die Verbrechen in den Klubs bewusst verschwiegen worden seien.

Glenn: Missbrauch heute unwahrscheinlich 

Am Sonntag beschloss der Verband, eine Untersuchung einzuleiten. Clarke stellte Betroffenen hohe Entschädigungszahlungen in Aussicht, Klubs und verantwortliche Personen sollen zur Rechenschaft gezogen werden.

Glenn hält derartige Fälle im heutigen System derweil für unwahrscheinlich. Die FA nehme "die Sicherheit der Kinder seit den späten 1990er-Jahren extrem ernst", sagte er: "Diese Verbrechen entstehen durch eine Mischung aus Antrieb und Gelegenheit. Und ich glaube, dass es heute deutlich weniger Gelegenheit dazu gibt als vor 20 Jahren."

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