Vor EM 2017: Fußball-Frauen mit Baustellen

Der Weg ist der richtige, doch die Arbeit muss noch perfektioniert werden: Nach dem 1:1 gegen Norwegen, geht die neue Bundestrainer Steffi Jones mit Freude und Baustellen in die Winterpause. Nächstes Jahr wartet die EM. 

02.12.2016 08:54 Uhr / SID
Freut sich schon aufs nächste Jahr: Steffi Jones
Freut sich schon aufs nächste Jahr: Steffi Jones © FIROFIROSID

Chemnitz - Als die Gesichtsmuskeln langsam wieder aufgetaut waren, lächelte Steffi Jones zufrieden. "Wir sind auf einem guten Weg, aber längst noch nicht da, wo wir hinwollen", sagte die Bundestrainerin.

Auch wenn für eine erfolgreiche Titelverteidigung bei der EM im Sommer noch viel zu tun ist, versprühte die 43-Jährige am Ende des langen Gold-Jahres Zuversicht: "Ich freue mich einfach auf das nächste Jahr, es war ein toller Anfang."

"Defensiv anfällig"

Nach dem 1:1 (1:1) im EM-Test zum Jahresabschluss gegen Norwegen im eiskalten Chemnitz brachte Alexandra Popp den Entwicklungsstand unter der neuen Chefin auf den Punkt. "Wir spielen guten Fußball, wir kombinieren viel und gut", sagte Deutschlands Fußballerin des Jahres: "Defensiv sind wir aber noch ein wenig anfällig. Vor allem fehlt uns noch Konstanz. Das muss einfach noch besser werden."

Unter Silvia Neids Nachfolgerin holten die Olympiasiegerinnen vier Siege und ein Remis, kassierten aber in den letzten drei EM-Tests fünf Gegentore. Jones sieht das aber noch gelassen: "Ich habe bei meinem Antritt betont, dass wir den Fokus erst mal auf die Offensive legen, Spielfreude entwickeln wollen. Wir haben hier erst angefangen, auf die Abwehr einzugehen."

Viele ungenutzte Chancen

Schnitzer wie der Stellungsfehler von Innenverteidigerin Josephine Henning beim frühen 0:1 durch Europas Fußballerin des Jahres Ada Hegerberg (13.) nach einem Konter sollen in den nächsten Tests für die Endrunde in den Niederlanden nicht mehr passieren. "Da sind wir überrascht worden und ich sehe dann als 'letzter Mann' doof aus", gab Henning zu. Die 27-Jährige machte den Fehler aber mit ihrem ersten Länderspieltreffer per Kopfball nach einem Freistoß wieder wett (32.).

Die ehemalige Innenverteidigerin Jones, der bei der Neuauflage des EM-Endspiels von 2013 (1:0) 13 verletzte oder erkrankte Spielerinnen fehlten, nahm aber das gesamte Team wegen der fahrigen ersten Hälfte in die Verantwortung.

"Wenn wir vorne schon besser draufgegangen wären, diese langen Bälle nicht zugelassen hätten, dann wären wir auch nicht so oft in Schwierigkeiten geraten." Vorne ließen ihre Schützlinge im 17. Länderspiel des Jahres zudem viele Chancen ungenutzt: "Auch das müssen wir verbessern."

Marozsan nicht schwer verletzt

Für große Erleichterung sorgte am Abend noch eine Nachricht aus dem Krankenhaus. Bei Kapitänin Dzsenifer Marozsan bestätigte sich der Verdacht auf einen Bänderriss im Sprunggelenk nicht. Die Regisseurin erlitt eine Kapselzerrung und wird wohl lediglich zwei Wochen pausieren müssen.

Als nächstes Etappenziel steht nach der wohlverdienten Winterpause im März voraussichtlich der hochkarätig besetzte SheBelieves-Cup in den USA auf dem Programm. Weil anschließend nur noch zwei Vorbereitungsspiele geplant sind, will Jones nach zahlreichen Experimenten dort schon ihre EM-Mannschaft finden. Bei der Endrunde im Nachbarland trifft der Rekordchampion in der Gruppe B auf Schweden (17. Juli/Breda), Italien (21. Juli/Tilburg) und Russland (25. Juli/Utrecht). 

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