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Green Bay Packers at Arizona Cardinals

Larry Fitzgerald: Der Mr. Nice Guy der NFL

Die NFL ist nicht unbedingt für den freundlichen Umgang der Spieler untereinander bekannt. Larry Fitzgerald von den Arizona Cardinals scheint da eine Ausnahme zu sein. Gegen die Packers wird der höfliche Receiver im Blickpunkt stehen.

16.01.2016 20:20 Uhr / ran.de
Larry Fitzgerald
Larry Fitzgerald spielt seit 2004 für die Arizona Cardinals. © 2015 Getty Images

Phoenix - Die NFL ist nicht unbedingt für nette Typen mit guten Manieren bekannt.

Larry Fitzgerald scheint da eine Ausnahme zu sein. Der Wide Receiver trifft in der Nacht von Samstag auf Sonntag mit den Arizona Cardinals in der Divisional Round auf die Green Bay Packers (2 Uhr in SAT.1 und auf ran.de) .

"Er fragt Dich auf dem Feld, wie es Deiner Familie geht", sagte Washington Redskins Cornerback Will Blackmon. "Und direkt danach zerstört er Dich mit einer 70 Yard Bombe."

Fitzgerald zählt zur Elite der NFL Receiver. Während dieser Saison erreichte er mit 32 Jahren und 97 Tagen als jüngster NFL-Spieler die Marke von 1000 gefangenen Bällen.  Seine 109 Catches in diesem Jahr sind sogar persönlicher Rekord, dementsprechend groß sind die Erwartungen vor der Partie. 

Mit John Brown (1003 Receiving Yards) und Fitzgerald (1215 Yards) verfügen die Cardinals gleich über zwei 1000-Yard-Receiver. Doch während Jungspund Brown seine Gegner gern mal mit Trash Talk herausfordert, killt der Ältere der beiden seine Gegenspieler eher unbewusst mit Nettigkeiten auf dem Spielfeld, wie das "Wall Street Journal" diese Woche berichtete.

"Der Typ kennt meine ganze Familie" 

Atlanta Falcons Cornerback Desmond Trufant kam 2013 in die NFL, lange nach seinen beiden älteren Brüder Marcus und Isaiah in die Liga. Fitzgerald, der in der Vergangenheit gegen beide Brüder gespielt hatte, konfrontierte Trufant in einem ihrer Matchups mit der Frage, was seine Brüder jetzt so machen.

"Der Typ kennt meine ganze Familie, also hatte er nach ihnen gefragt", sagte Trufant. "Dieses ganze nette Gerede hat mich komplett aus dem Konzept gebracht. Ich versuche mich zu fokussieren und er ist einfach nur nett zu mir."

Die Gegenspieler sind total perplex. Wie ein Boxer der eigentlich einen Schlag erwartet und stattdessen von seinem Gegenüber "High Five" bekommt. Fitzgerald ist nicht der Typ für Mind Games, er versucht nicht, mit seiner Art die gegnerischen Cornerbacks einzulullen. Er ist einfach so.

Laut Ike Taylor, ehemaliger Defensive Back der Pittsburgh Steelers, der im Super Bowl XLIII Fitzgerald gegenüber stand, verhält sich Arizonas Nummer 11 das ganze Jahr über so. "Larry merkt sich Geburtstage, Jahrestage, einfach so", erzählt Taylor. "Es gibt Geschichten von Jungs, die bekommen ein Geschenk. 'Hey, von wem kommt das denn? Oh, das ist von Larry Fitzgerald.' Und diese Jungs haben ihn nur einmal im Leben getroffen."

 

Großer Respekt für Fitzgerald

Fitzgerald gehört zu den respektvollsten und meist respektierten Spielern in der Liga. Während sich John Brown und Seattle Seahawks Cornerback Richard Sherman vor dem letzten Seahawks-Cardinals-Aufeinandertreffen mit Trash Talk duellierten, witzelten einige der Cards-Receiver, dass Fitzgerald wohl sagen würde "Sherman ist der Beste in der Liga und jeder, der gegen ihn einen Ball fängt, kann sich glücklich schätzen".

"Ich bin einfach nur einer der Jungs, ernsthaft", sagte Fitzgerald. "Ich werde zwar auf dem Feld blöd angemacht. Aber dann sage ich in der Regel nichts. Ich versuche einfach nur respektvoll gegenüber dem Spiel und meinen Gegnern zu sein."

Panthers-Cornerback Josh Norman zählt zu den Besten seiner Zunft und ist auch eher einer, der gern sagt, was er denkt. Er mag den ständigen Dialog mit Receivern, die er im Spiel deckt - gerne auch mit Trash Talk. "Wenn Receiver mich mit Trash Talk zu quatschen, dann komme ich erst so richtig in die Gänge. Falls nicht, dann muss ich mir etwas anderes ausdenken", meinte Norman. 

Josh Norman beeindruckt

Gegen Fitz stellte sich Norman auf ein Wortduell ein. Aber Larry sagte das komplette Spiel über keinen Mucks. Laut Norman war das eines der professionellsten Auseinandersetzungen, an die er sich erinnern kann.

"Ich versuche da draußen niemanden zu verletzen oder mache irgendwelche krummen Dinge. Am Ende des Tages muss ich mit meinem Job eine Familie ernähren, genau wie meine Gegner. Auf dem Feld geben wir uns Bestes und der der Beste wird am Ende des Tages gewinnen."

Gegen die Green Bay Packers sind Fitzgerald und die Cardinals an diesem Samstag eindeutig in der Favoritenrolle. Vor drei Wochen wurden die Packers im University of Phoenix Stadium mit 38:8 auseinander genommen, sechs Punkte davon erzielte Fitzgerald. Die Packers werden auf Rache sinnen. Nummer 11 wird das Ganze kalt lassen. Er verteilt lieber Nettigkeiten und Touchdowns.

Björn Hesse

US-Sport-News

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