NFL

Verurteilung wegen Mordes null und nichtig

Verklagt Aaron Hernandez' Familie jetzt die Patriots und die NFL?

Wollte Aaron Hernandez seiner Familie durch seinen Selbstmord einen Geldsegen in Höhe von mehreren Millionen Dollar bescheren? Ein ungewöhnliches Gesetz in Massachusetts lässt diesen Schluss zumindest zu.

21.04.2017 18:48 Uhr / ran.de
Aaron Hernandez Suizid
Aaron Hernandez: Theorien um seinen Suizid. © imago/ZUMA Press

München/Massachusetts - Um den Tod von Aaron Hernandez gibt es weiter Verwirrung und wilde Theorien. Eine davon wurde zumindest widerlegt.

Denn Hernandez hat Selbstmord begangen. Wie Staatsanwaltschaft, Staatspolizei und Gesundheitsministerium nach der Autopsie des früheren NFL -Stars offiziell bekanntgaben, handelte es sich bei dem 27-Jährigen um einen "Erstickungstod durch Erhängen. Es gab keine Spuren eines Kampfes. Die Ermittler sind sich sicher, dass Herr Hernandez alleine in seiner Zelle war", heißt es in der Mitteilung.

Seine Familie hatte angezweifelt, dass Hernandez Suizid beging und sprach von einem Verbrechen. Der frühere Tight End der New England Patriots hatte sich in Einzelhaft erhängt, nachdem er zuvor in einem Doppelmordprozess freigesprochen worden war. Hernandez verbüßte allerdings sowieso eine lebenslange Haftstrafe, nachdem er wegen Mordes an Odin Loyd, dem Freund der Schwester seiner Verlobten, schuldig gesprochen wurde.

Damit sind die Theorien um seinen Tod aber noch nicht beendet. Im Gegenteil. Möglicherweise stehen der Familie durch eben jenen Selbstmord nun einige Millionen Dollar von der NFL und den Patriots zu.

Nicht gegen den Vertrag verstoßen?

Der Hintergrund: Durch den Suizid tritt ein in Massachusetts zwar etwas obskures, aber geltendes Rechtsprinzip in Kraft. Das sogenannte "abatement ab initio" besagt, dass die Verurteilung im Falle des Todes während einer Berufung null und nichtig ist. Was wiederum bedeutet, dass der Prozess gegen Hernandez im Mordfall Odin Loyd rein rechtlich gesehen wieder am Anfang stehen würde, so als ob Anklage und Prozess niemals stattgefunden hätten.

Oder anders gesagt: Durch die Aufhebung der Verurteilung würde die Unschuldsvermutung gelten und Hernandez hätte so theoretisch auch nicht gegen den Vertrag mit den Patriots verstoßen, die den 40 Millionen Dollar schweren Kontrakt 2013 bekanntlich aufgelöst haben. Dabei behielten sie 3,25 Millionen Dollar seines Bonus für die Unterschrift sowie 2,5 Millionen Dollar seines Basisgehalts ein. Im Raum stehen dabei auch Renten-Zahlungen durch die NFL.

Angesichts der Rechtslage gibt es nun das naheliegende Gerücht, dass Hernandez dieses Gesetz kannte und durch seinen Selbstmord seine vierjährige Tochter absichern wollte, die wohl die Begünstigte wäre. "Mit einem kreativen Anwalt könnte die Familie die NFL und die Patriots für die Auflösung des Vertrags verklagen", sagte Martin W. Healy, Chefjustiziar der Anwaltskammer von Massachusetts. Die Franchise und die Liga müssten dann nachweisen, ob Hernandez trotzdem gegen Vertragsklauseln verstoßen hat.

Hernandez' Gehirn für die Forschung

Immerhin wurde neben der Klärung der Todesursache auch eine andere Verwirrung aufgelöst. Die Anwälte hatten sich darüber beschwert, dass die Ermittler lediglich Hernandez' Leiche freigegeben hätten, nicht aber sein Gehirn.

Das wollte die Familie der Boston University zu Forschungszwecken zur Verfügung stellen. Nach der Klärung der Todesursache wurde Hernandez' Gehirn schließlich wie von der Familie gewünscht den Forschern übergeben. Ob diese nun herausfinden sollen, ob mögliche Schädigungen seines Gehirns aus seiner aktiven Zeit etwas mit seinem Suizid zu tun haben könnten, wollte Anwalt Jose Baez nicht bestätigen. "Wir behaupten gar nichts. Du gehst dahin, wo die Beweise dich hinbringen. Wir müssen jeden Aspekt dieses Falls untersuchen", sagte er.

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