NFL

NFL: Quarterback hat alle Trümpfe in der Hand

Verpokert: Washington Redskins stecken in der Kirk-Cousins-Falle

Für die Washington Redskins wird im Vertragspoker mit Kirk Cousins die Zeit knapp. Während dem Quarterback am längeren Hebel ein Top-Vertrag winkt, hat die Franchise viel zu verlieren. Ein Radiosender zeigt ihr, wie es geht.

16.06.2017 18:43 Uhr / ran.de / Martin Jahns
Kirk Cousins und Washington Redskins
Kirk Cousins hat im Vertragspoker mit den Washington Redskins alle Trümpfe in der Hand © 2017 Getty Images

Washington D.C. / Unterföhring – Wenn ein lokaler Radiosender eine NFL-Franchise aussticht, hat diese wohl etwas gewaltig in den Sand gesetzt.

Noch vor der Saison 2015 hatte Washingtons Radiosender "106.7 The Fan" Quarterback Kirk Cousins als Dauergast in seine wöchentliche Sendung über die Washington Redskins installiert. Und das, obwohl Cousins nur Backup hinter Robert Griffin III war und sein Aufstieg zum Starter und einem der begehrtesten Quarterbacks der NFL längst noch nicht absehbar war. Der Radiosender glaubte trotzdem an ihn.

In dieser Woche nun belohnte Cousins das Vertrauen des Senders, indem er die Zusammenarbeit laut "Washington Post" zu einem Spottpreis verlängerte.

"106.7 The Fan" ist fein raus, für die Washington Redskins geht der Ärger hingegen jetzt erst richtig los. Denn dass die Franchise ihren Quarterback trotz zweier zuletzt starker Saisons noch immer nicht mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet hat, kommt sie nun teuer zu stehen.

Cousins Franchise Tag 2018: 34,5 Millionen Dollar!

Im zweiten Jahr in Folge ist Cousins via Franchise Tag gebunden. Einigen sich die Redskins bis zum 15. Juli nicht auf einen langfristigen Vertrag mit ihm, kassiert er dank des Tags in der kommenden Saison 23,9 Millionen Dollar und ist damit einer der bestverdienenden Quarterbacks der NFL. Eine Situation, mit der Cousins leben kann und die ihn in weiteren Verhandlungen in eine starke Position versetzt.

Denn: Würden die Redskins ihn in der Saison 2018 zum dritten Mal per Franchise Tag halten wollen, würde sie das 34,5 Millionen Dollar kosten – eine noch nie dagewesene Summe in der NFL. Selbst bei einem non-exclusive Tag würde Washington noch 28 Millionen zahlen, und müsste dann auch noch mögliche Kontrahenten im Wettbieten um Cousins abwehren.

Kein Wunder also, dass Cousins im Vertragspoker keine Eile hat. Er wartet nicht zuletzt die Verhandlungen zwischen Derek Carr und dessen Oakland Raiders ab, die Carr wohl mit einem neuen Rekordvertrag ausstatten und die Latte so auch für die Redskins und Cousins höher legen werden.

Washington Redskins am kürzeren Hebel

Cousins selbst will sich in der Saisonvorbereitung voll auf Football konzentrieren und hat die Verhandlungen mit den Redskins an seinen Berater Mike McCartney delegiert. "Ich habe großes Vertrauen in seine Ratschläge und seine Herangehensweise und ich werde mich definitiv auf ihn verlassen, wenn wir es jetzt angehen", sagte der werdende Vater Cousins über McCartney.

Und der machte schon im letzten Jahr klar, dass Angebote mit garantiertem Gehalt unterhalb des Franchise-Tag-Gehalts gar nicht erst in Betracht gezogen werden würden - zumindest für die ersten beiden Vertragsjahre. Auch eine Koppelung an die in der NFL stetig steigende Salary Cap könnte Bestandteil der Forderungen sein. Die Redskins haben sich also in eine Sackgasse manövriert. Inzwischen hat Franchise-Owner Dan Snyder den Cousins-Deal sogar zur Chefsache erklärt und in die eigene Hand genommen.

Entweder machen sie Cousins, der mit seinen 28 Jahren den vielleicht lukrativsten Deal seiner Karriere vor sich hat, mit einem langfristigen Vertrag zu einem der Top-Verdiener der NFL, oder sie müssen das Franchise-Tag-Spiel in bislang ungekannten Höhen weiterspielen. Die bittere dritte Option: Sie verlieren Cousins nach der kommenden Saison ohne Gegenleistung in die Free Agency, wo der begehrte Signal Caller seinen Marktwert austesten kann.

Und das alles, weil die Redskins ihm im Gegensatz zu einem lokalen Radiosender nicht schon eher Vertrauensvorschub geleistet haben.

Martin Jahns

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