Update vom 05.10.2022: Wie ein Bericht andeutet, soll US-Amerikaner Hans Niemann im Schach in mehr als 100 Spielen betrogen haben.

München - In der Fehde mit US-Teenager Hans Niemann hat Schach-Weltmeister Magnus Carlsen jetzt nachgelegt. Der norwegische Superstar veröffentlichte auf seinen Social-Media-Kanälen ein ausführliches Statement, in dem er Niemann offen Betrug vorwarf und klarstellte, dass er nicht mehr gegen ihn spielen wolle.

"Ich glaube, dass Niemann mehr betrogen hat - und zwar in jüngerer Vergangenheit - als er öffentlich zugibt", schreibt Carlsen. "Ich würde gern mehr sagen. Leider bin ich zurzeit sehr eingeschränkt in dem, was ich ohne die ausdrückliche Erlaubnis von Niemann sagen darf. Bisher konnte ich nur mit meinem Verhalten ein Statement setzen. Mit meinem Verhalten habe ich klargestellt, dass ich nicht gewillt bin, gegen Niemann zu spielen", so der 31-Jährige weiter.

Carlsen warnt in seinem Statement davor, dass Betrug "eine existenzielle Bedrohung" für den Schachsport sei. "Wir müssen etwas gegen Betrug im Schach unternehmen. Ich habe für mich entschieden, dass ich nicht gegen Leute spielen will, die in der Vergangenheit mehrmals betrogen haben, denn ich weiß nicht, zu was sie in Zukunft fähig sein werden."

Niemann hatte in der Vergangenheit bereits zugegeben, dass er schon einmal betrogen hatte. "Mit zwölf Jahren habe ich in einem Online-Turnier betrogen und mit 16 Jahren in unbewerteten Spielen. Als Zwölfjähriger hatte ich keinen Plan, was ich da überhaupt mache. Und der zweite Fall war der dümmste Fehler meiner Karriere. Ich bin seitdem aber stolz, dass ich aus meinen Fehlern gelernt habe und ich würde nie mehr auf die Idee kommen, zu betrügen", sagte er gegenüber dem "Saint Louis Chess Club".

Eine Niederlage Carlsens steht am Anfang

Der Streit zwischen Niemann und Carlsen hat seinen Ursprung Anfang September, als der Weltmeister bei einem Online-Turnier überraschend gegen Niemann verloren hatte. 

Der Norweger hatte sich wenig später beinahe wortlos aus dem Turnier zurückgezogen. Via Twitter hatte er dies knapp bekanntgegeben und dazu lediglich das kurze Video eines berühmten Interviews mit dem Fußballtrainer Jose Mourinho gepostet: "Ich ziehe es vor, nichts zu sagen. Wenn ich etwas sage, gerate ich in große Schwierigkeiten, und ich möchte nicht in große Schwierigkeiten geraten."

Affront in der Schachwelt

Als er wenig später bei einem hochkarätig besetzten Onlineturnier erneut auf Niemann getroffen war, beendete er nach einem Zug das Spiel. Ein Zeichen des Protests und ein Affront in der Schachwelt. 

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