Sein Vater wusste über das Blutdoping Bescheid: Mark S. - Bildquelle: AFPSIDSein Vater wusste über das Blutdoping Bescheid: Mark S. © AFPSID

München (SID) - Im Dopingprozess gegen den Erfurter Sportmediziner Mark S. hat auch dessen Vater eine Beteiligung zugegeben. Am dritten Verhandlungstag vor dem Landgericht München II ließ Ansgard S. über seinen Anwalt verlauten, ihm sei klar gewesen, dass sein Sohn Blutdoping betreibe.

"Zur Unterstützung seines Sohnes ließ er sich nicht aus krimineller Energie oder wirtschaftlichen Zielsetzungen hinreißen", erklärte die Verteidigung. Ansgard S. habe seinen Sohn, der sich in der Situation zeitlich verstrickt hatte, entlasten wollen: "Nur auf eine gute und enge Beziehung zu seinem Sohn kam es Ansgard S. an." Die Verteidigung sprach von einer "vollkommen falschen Entscheidung", Ansgard S., selbst Rechtsanwalt, empfinde es "als extrem kompliziert und deswegen belastend".

Neben Ansgard S. gab am Dienstag auch der Mitangeklagte Sven M. seine Hilfe zu. Insgesamt dreimal habe er Mark S. unterstützt. In der vergangenen Woche hatte bereits die Krankenschwester Diana So. eine Beteiligung eingeräumt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Mark S. umfangreiche Dopingpraktiken über mehrere Jahre vor, seine vier Mitangeklagten sollen ihm dabei geholfen haben. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe. Insgesamt sind 26 Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil könnte kurz vor Weihnachten fallen. 

Der Skandal war durch die Operation Aderlass bei der Nordischen Ski-WM im Februar 2019 in Seefeld aufgeflogen. Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch den österreichischen Langläufer und Kronzeugen Johannes Dürr. Bisher bekannt ist die Verwicklung von 23 Sportlern aus acht Ländern.

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