DOSB-Präsident Alfons Hörmann findet mahnende Worte - Bildquelle: PIXATHLONPIXATHLONSIDDOSB-Präsident Alfons Hörmann findet mahnende Worte © PIXATHLONPIXATHLONSID

Frankfurt/Main (SID) - DOSB-Präsident Alfons Hörmann (59) hat eine aktivere Aufarbeitung der "historischen Schuld" des deutschen Sports im Nationalsozialismus gefordert. "Wir haben viel zu lange zu diesem wichtigen Thema geschwiegen, wir haben uns viel zu wenig mit diesem beschämenden Teil unserer Geschichte auseinandergesetzt", sagte Hörmann beim Neujahrsempfang des Deutschen Olympischen Sportbundes im Frankfurter Römer.

Hörmann nutzte den internationalen Gedenktag für die Opfer des Holocausts - 75 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz - für weitere mahnende Worte. "Erinnern", sagte er, "ist eine zwingende Notwendigkeit, um aus der Geschichte zu lernen". Daher werde der DOSB "keinen Schlussstrich" ziehen, "wir werden unserer Verantwortung nachkommen und uns intensiv mit der Vergangenheit auseinandersetzen". Dazu forderte Hörmann auch die Mitgliedsverbände auf.

"Auch wir im Sport tragen große historische Schuld, und gleichzeitig sind wir dankbar, dass seit vielen Jahren jüdisches Leben in Deutschland erblüht und es eine wertvolle Vertrauensbasis zwischen Israel und Deutschland gibt", sagte Hörmann. Der jüdische Turn- und Sportverband Makkabi Deutschland ist Mitglied im DOSB.

"Manche heutigen Worte von Häme und Hass", mahnte Hörmann, seien "die Grundlage für morgige Taten". Die Sportfamilie müsse sich aktiv "für ein demokratisches und den Menschenrechten verpflichtetes Deutschland" einsetzen. "Wir müssen energisch einschreiten gegen Antisemitismus, gegen Islamophobie, gegen Rassismus und Faschismus", forderte Hörmann.

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