München - Schachprofi Amin Tabatabaei hat bei den Sunway Sitges für einen Eklat gesorgt.

Beim Schachturnier in Barcelona weigerte sich der iranische Großmeister, der in der deutschen Schachbundesliga für den FC Bayern München antritt, gegen seinen israelischen Gegner Netanel Levi anzutreten.

Das Match ging somit kampflos an den Israeli. Der FC Bayern hat sich zu diesem Vorfall bisher nicht geäußert.

Iran vs. Israel: Unschöne Vorgeschichte

Es ist nicht der erste Fall, in dem ein iranischer Sportler sich weigert, gegen einen Gegner aus Israel anzutreten. Das Mullah-Regime übt in solchen Fällen immer wieder politischen Druck aus. Ob dies bei Tabatabaei ebenfalls ein Beweggrund war, ist unklar.

Im Mittelpunkt eines besonders krassen Skandals war Judoka Saeid Mollaei. Er wurde während der Judo-Weltmeisterschaften 2019 aufgefordert, nicht im Viertelfinale anzutreten, da er im späteren Turnierverlauf womöglich auf den Israeli Sagi Muki getroffen wäre.

Mollaei zufolge wurde er vom iranischen Mullah-Regime unter Druck gesetzt, auch seine Familie wurde bedroht. Der Judoka tratt trotzdem an, setzte sich in der Folge von seinem Team ab und floh nach Deutschland. Dieser Fall führte letztlich zu einer vierjährigen Sperre des iranischen Judo-Verbandes.

Amin Tabatabaei: Konsequenzen für Irans Schachverband?

Paul Meyer-Dunker, Präsident des Berliner Schach-Verband, forderte auf Twitter nun ebenfalls Sanktionen für Tabatabaeis Boykott: "Wird dieser Hass gegen unsere israelischen Kollegen und die Unterdrückung unserer iranischen Kollegen jemals irgendwelche Konsequenzen für den iranischen Schachverband haben?"

Eine Reaktion des internationalen Schachverbands steht noch aus. 

News-Ticker

Video-Tipps

Aktuelle Galerien