Droht in Texas ein Boykott der Sportlerinnen und Sportler? - Bildquelle: GettyDroht in Texas ein Boykott der Sportlerinnen und Sportler? © Getty

München - Droht dem Sport in den USA eine kleine Revolution?

Am Donnerstag sorgte ein Brief der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP), eine der einflussreichsten und etabliertesten schwarzen Bürgerrechtsorganisationen des Landes, für großes Aufsehen.

So versendete die NAACP ein Schreiben an die Spielergewerkschaften der fünf Profiligen NFL, NBA, NHL, MLB und WNBA. Darin enthalten war die Bitte an alle Athleten und Athletinnen, ein Engagement bei einem Team aus dem US-Bundesstaat Texas zu überdenken.

"Wenn Sie erwägen, in Texas zu unterschreiben, bitte ich Sie, dafür zu sorgen, dass die Eigentümer ihrer Verantwortung gerecht werden, Sie, den Sportler, und Ihre Familie zu schützen", formulierte die Organisation und ergänzte: "Ich bitte Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen, um zum Schutz der verfassungsmäßigen Rechte jedes Einzelnen beizutragen, der in Gefahr ist."

"Archaische" Gesetzgebung Grund für Aufruf

Grund für den Aufruf, eine Vertragsunterschrift bei einem texanischen Team zu verweigern, sind die neuerlichen Gesetzgebungen, die von Gouverneur Greg Abbott kürzlich unterschrieben wurden.

So gilt seit Mai ein neues Abtreibungsgesetz, das Schwangerschaftsabbrüche nach der sechsten Woche verbietet. Seit September gelten zudem verschärfte Wahlgesetze, und erst vor wenigen Tagen wurde eine Durchführungsverordnung auf den Weg gebracht, die Impfvorschriften in Texas untersagt.

Den Aufruf an die Sportlerinnen und Sportler begründete die Organisation mit den Worten: "In den letzten Monaten haben die texanischen Gesetzgeber archaische, als Gesetze getarnte Maßnahmen verabschiedet, die direkt die Rechte auf Privatsphäre und die Wahlfreiheit der Frau verletzen, den Zugang zu freien und fairen Wahlen für schwarze Wähler einschränken und das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus erhöhen."

Neun Profiteams könnten betroffen sein

Sollten sich Sportler zu einem Boykott oder einer Vertragsverweigerung entschließen, könnten im Höchstfall neun Mannschaften aus dem US-Bundesstaat betroffen sein.

Die NBA hat mit den Dallas Mavericks, den San Antonio Spurs und den Houston Rockets die meisten Klubs. In der NFL wären die Houston Texans und die Dallas Cowboys betroffen, in der NHL die Dallas Stars und in der WNBA die Dallas Wings. In der MLB sind mit den Houston Astros und den Texas Rangers zwei Teams vor Ort ansässig.

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