Denhollander ist eines der Missbrauchsopfer von Nassar - Bildquelle: AFPSIDRENA LAVERTYDenhollander ist eines der Missbrauchsopfer von Nassar © AFPSIDRENA LAVERTY

Berlin (SID) - Der Bundesausschuss Sport im Deutschen Bundestag spricht sich eindeutig für die Einrichtung einer übergeordneten Anlaufstelle für Missbrauchsopfer aus. "In dieses dunkle Feld des Sports muss Licht kommen", sagte die Ausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag dem SID: "Die Idee einer Anlaufstelle explizit für den Bereich des Sports unterstütze ich ausdrücklich."

Die Aussagen von US-Turnerinnen im Missbrauchsskandal um den Arzt Larry Nassar seien laut Freitag "wie ein Eisbrecher im Packeis des Schweigens" gewesen: "Seitdem finden deutlich mehr Athletinnen und Athleten den Mut, Übergriffe auf sie öffentlich zu machen. Das jahrzehntelange Schweigen, die Vertuschungen und viele andere Faktoren, die physische und psychische Gewalt im Sport unenttarnt lassen, bröckeln mit jedem weiteren Fall stärker."

Jeder einzelne Übergriff und jeder neue Fall sei erschreckend, sagte Freitag: "Niemand kann wohl aktuell ausschließen, dass es noch mehr Betroffene mit weiteren, ganz persönlichen Leidensgeschichten gibt."

Die Diskussion über eine zentrale Anlaufstelle unter dem Arbeitstitel "Zentrum für Safe Sport" war kürzlich von Athleten Deutschland e.V. mit ersten Konzeptideen angestoßen worden. "Auf Antrag der SPD-Bundestagsfraktion wird in dieser Woche im Obleutegespräch darüber entschieden, ob Athleten Deutschland ihre Vorüberlegungen im April im Sportausschuss vorstellen können", erklärte Freitag.

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