IOC reagiert kritisch auf die Gründung von Global Athlet - Bildquelle: AFDAFDSIDSALVATORE DI NOLFIIOC reagiert kritisch auf die Gründung von Global Athlet © AFDAFDSIDSALVATORE DI NOLFI

Lausanne (SID) - Der Kampf um die Gunst der Spitzensportler im internationalen Sport hält an. Die Gründung der neuen Athletenvertretung Global Athlete hat beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) für reichlich Irritationen gesorgt.

"Es ist enttäuschend, dass diese Gruppe glaubt, dass sich keiner von uns für Sportler interessiert und dass keiner von uns einen guten Job macht", teilte die IOC-Athletenkommission mit.

Zudem kritisierte die von Kirsty Coventry angeführte Kommission den mangelnden Austausch: "Wir wissen über die neue Organisation auch nur das, was wir in den Pressemitteilungen gelesen haben." Es gebe noch jede Menge Fragezeichen bezüglich der Finanzierung und der Verantwortlichkeiten bei Global Athlete.

Die neue Organisation wies die Anschuldigungen zurück. Generaldirektor Rob Koehler, bis zum letzten Jahr noch Vize-Generaldirektor bei der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, wies darauf hin, dass man kein Konkurrenzunternehmen sein wolle: "Wir sind nicht da, um eine Bedrohung zu sein. Wir wollen gemeinsame Lösungen finden, die den Athleten helfen."

In den nächsten sechs bis acht Monaten wollen Koehler und seine neue Organisation mit möglichst vielen Athleten sprechen. Man werde auch andersdenkenden und kritischen Stimmen zuhören, "wenn wir dies tun, können wir zu einer Organisation werden, die besser informiert und in Zukunft bessere Entscheidungen trifft", so Koehler.

Global Athlete gibt an, völlig unabhängig von der Politik, dem organisierten Sport und den nationalen Anti-Doping-Agenturen agieren zu wollen. Man werde sich aktuellen Themen wie Doping oder der Debatte um eine Neuaufteilung der IOC-Einnahmen widmen. Letztendlich wolle man, dass das gestörte Verhältnis zwischen Athleten und Funktionären "repariert" werde.

Beckie Scott, Vorsitzende der Athletenkommission der WADA, begrüßte die neue Organisation und sprach von einer "frischen und neuen Plattform für die Stimme und die Rechte der Athleten".

Zuletzt hatten sich Top-Sportler verstärkt von den offiziellen Athletenvertretungen der großen Verbände abgewandt und mit eigenen Gründungen für Aufsehen gesorgt. Hierzulande hat der Verein Athleten Deutschland großen Zuspruch erhalten.

Das IOC hält im Kampf um die Gunst der Athleten dagegen und veranstaltet auch deshalb vom 13. bis 15. April in Lausanne das größte Athletenforum, das es bislang in der Geschichte des Sports gegeben hat.

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