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Headis feiert das 100. Weltcup-Turnier

Headis-Gründer Rene Wegner: "Diese Entwicklung war nie geplant"

Die Headis-Szene wächst immer weiter. Im Dezember steht bereits das 100. Weltcup-Turnier an. Zu diesem Anlass hat ran.de einmal mit Gründer Rene Wegner über die Entwicklung "seiner" Sportart gesprochen.

13.11.2017 13:15 Uhr / ran.de
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Headis-Gründer Rene Wegner. © HEADIS

München - Headis. Seit 2006 entwickelt sich aus Deutschland eine Bewegung um die Sportart Kopfballtischtennis. Das Spiel ist schnell erklärt: An einer Tischtennisplatte wird ein handballgroßer Gummiball nur mit dem Kopf gespielt. Die Ballwechsel, die dabei herauskommen sind spektakulär und für die ran-Community längt nichts Neues mehr.

Am 9. Dezember findet in Kaiserslautern bereits das 100. Weltcup-Turnier der jungen Sportart statt. Wir haben zum Jubiläum mit Erfinder Rene Wegner aus Kaiserslautern gesprochen.

ran.de: Wie sind Sie auf diese ungewöhnliche Idee gekommen?

Rene Wegner: Die Idee kam mir im Schwimmbad in Kaiserslautern. Wir wollten eigentlich Fußball spielen aber der Platz war belegt. Die Tischtennisplatte war frei. Dann habe ich gesagt, dass wir jetzt dort spielen und zwar nur mit dem Kopf! Mit der Hand wäre schließlich zu langweilig gewesen. Wir haben uns dann von einem kleinen Mädchen einen Plastikball "geliehen" und gezockt. Es hat direkt gut funktioniert. Im Rahmen meines Sportstudiums habe ich dann ab 2007 die Sportart weiterentwickelt und ein Event- und Marketingkonzept dafür kreiert. Dieses Konzept trägt den Namen HEADIS. 

Heute können die kleinen Mädchen ihre Plastikbälle behalten und es gibt spezielle Bälle zu kaufen. Wie schwer war beziehungsweise ist es eine komplett neue Sportart und Marke zu etablieren?

Die Entwicklung, die Headis genommen hat, war anfangs ja nie geplant. Wir haben einfach zusammen Quatsch gemacht. Nach ein paar Jahren, als die Turniere immer größer wurden und die TV-Anfragen sich gehäuft haben, war das nur noch mit professionellen Strukturen zu regeln. Es gibt seit einigen Jahren einen Headis-Verband und eine Firma, ähnlich wie DFB und DFL. Das Logo und der Name von Headis sind marken- und kennzeichenrechtlich geschützt.

Klingt nach einer unglaublichen Entwicklung.

Es ist auf jeden Fall nicht einfach mit einer Schnapsidee aus dem Schwimmbad weltweit eingeladen zu werden. Für die Spieler - und mich auch - stehen die Turniere, die Community und der reine Sport im Vordergrund. Im Hintergrund gibt es mit meinen Kollegen und mir dann noch ein Team, das das Drumherum regelt. Das wird oft gar nicht wirklich wahrgenommen. Sie haben unsere Bälle angesprochen. Ich war damals noch Student, als ich mit internationalen Produzenten die Entwicklung des Balles vorangetrieben habe. Bei den vielen internationalen Partnern, die Headis mittlerweile hat, gibt es immer neue Herausforderungen. Die Turnierserie soll weiter internationalisiert werden und damit auch die Kooperationen mit aktuellen und potenziellen Sponsoren. Von daher kann man schon sagen, dass es sehr komplex ist eine Sportart von Grund auf weltweit zu etablieren, aber da meine Kollegen und ich extrem motiviert sind Headis immer weiter zu pushen, werden wir uns nie beschweren und immer weiter Vollgas geben!

Was ist das Geheimnis hinter dem Erfolg?

Ich denke, es gibt mehrere wichtige Gründe warum Headis so gut funktioniert. Wir haben eine überragende Community. Wir spielen Turniere in ganz Europa und die Spieler sind am Start, egal ob in Brüssel, Prag oder in ganz Deutschland. Das Teilnehmerfeld vom Turnier in Rotterdam war in nicht ein mal 30 Minuten voll! Die Leute feiern nicht nur die sportlichen Ergebnisse, sondern zelebrieren die ganze Szene. Auf den Turnieren ist immer ein Live-DJ, die Spieler verkleiden sich einfach weil sie Bock drauf haben und hängen gemeinsam ab.

Das hat auch Medien aufmerksam gemacht. 

Stimmt. Ein anderer wichtiger Aspekt für Headis waren von Anfang an die Medien. Headis kommt live und auf dem Bildschirm sehr gut rüber. Auch auf der ganz großen Bühne. Insgesamt wurde ich sieben Mal zu Stefan Raab eingeladen und es gab sogar zwei eigene "TV Total Headis Spezial"-Sendungen mit ihm auf ProSieben. Aber auch in den sozialen Medien wird Headis total abgefeiert, weil es neu, abwechslungsreich und spektakulär ist. Letztes Jahr haben über 350 Millionen Menschen Headis online gesehen. Aufgrund des hohen sportlichen Niveaus und Anspruchs ist Headis aber auch insbesondere für Sportfans interessant. Auch auf ihren Kanälen findet Headis ja sehr viel Zuspruch. Zudem gab auch schon verschiedene Kooperationen mit Profifußballvereinen, zum Beispiel mit Borussia Dortmund und Arsenal London.

Was haben Sie überhaupt vor Headis gemacht?

Bevor ich mit Headis angefangen habe, habe ich in Saarbrücken Sport studiert. Währenddessen war ich ein Jahr lang Snowboardlehrer in Kanada, bin für verschiedene Marken geskatet und hatte schon immer Bock auf Trendsportarten.

Bei den vielen Erfolgen sind Sie schon viel rumgekommen. Was waren die Highlights?

Highlights sind immer schwer zu nennen, weil alles Highlights sind und ich keins über das andere stellen kann beziehungsweise will. Aber die Reisen mit unserem Charity-Projekt Headicao sind schon krasse Erlebnisse. Dank gespendetem Geld, das zu 100 Prozent in das Projekt fließt, haben wir schon Headis-Platten in Brasilien, der Dominikanischen Republik und Südafrika gebaut. Immer mit den Leuten vor Ort und günstigem Material aus dem Baumarkt. Wir können den Kindern und Jugendlichen dann Bälle dalassen und kümmern uns darum, dass die Projekte vor Ort mit einem Partner langfristig angelegt sind.

Sie waren aber auch schon Las Vegas und China unterwegs.

Wir wurden vor etwa einem Jahr nach Las Vegas eingeladen und ich war schon über zehn Mal in China, um in Shanghai und Peking Headis zu präsentieren. Die tischtennisverrückten Chinesen sind sehr offen für Neues und lieben Headis. Mit einem Partner in Australien gibt es auch konkrete Gespräche,  aber ich freue mich nach all den Trips auch immer wieder zu Hause in Deutschland beziehungsweise in Kaiserslautern zu sein. Das 100. Turnier am 9. Dezember in Lautern wird ein riesengroßes Klassentreffen von allen, die Headis in den letzten elf Jahren für sich entdeckt haben. Unsere Partner aus Japan werden extra für diesen Tag eingeflogen kommen!

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