Bundesregierung stellt PotAS auf den Prüfstand - Bildquelle: AFP/SID/TOBIAS SCHWARZBundesregierung stellt PotAS auf den Prüfstand © AFP/SID/TOBIAS SCHWARZ

Köln (SID) - Die designierte neue Bundesregierung will "bessere Rahmenbedingungen für den Spitzensport" schaffen. Das geht aus dem 177-seitigen Koalitionsvertrag mit dem Titel "Mehr Fortschritt wagen" hervor, den SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP am Mittwoch in Berlin vorstellten. In dem Papier wird auch ein "Entwicklungsplan Sport" angekündigt, von dem der Breitensport in den Kommunen und Vereinen nicht zuletzt infrastrukturell profitieren soll. 

Das Potenzialanalysesystem (PotAS) als Kernelement der Förderreform im Leistungssport steht bei der rot-grün-gelben Koalition gleich auf dem Prüfstand. Man wolle "eine (von Bundesministerium des Innern; d.Red.) unabhängige Instanz zur Mittelvergabe sowie ein Transparenzportal einrichten", heißt es: "PotAS evaluieren wir und entwickeln es mit dem Ziel von mehr Effektivität und Entbürokratisierung weiter."

Die Sportförderung des Bundes werde geknüpft an die Einhaltung von Förderrichtlinien mit Zielvorgaben, Vorgaben zu Transparenz, Good Governance und die Qualifikation von Leistungssportpersonal. "Die Mitwirkungsrechte der Athletinnen und Athleten stärken wir durch die dauerhafte Finanzierung der Vereinigung Athleten Deutschland e.V.", heißt es.

Um den Kampf gegen physische, psychische und insbesondere sexualisierte Gewalt im Sport zu verbessern, werde die kommende Regierung den Aufbau eines unabhängigen Zentrums für Safe Sport unterstützen und "ein Bundesprogramm gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit im Sport" auflegen.

Weitere Vorhaben sind u.a. die Stärkung des Ehrenamtes, Inklusion, Förderung des Neustarts im Breitensport nach Corona, Dopingprävention und -aufarbeitung, Reformierung der Datei "Gewalttäter Sport" (im Hinblick auf Rechtsstaatlichkeit, Löschfristen), Stärkung der Koordinationsstelle Fanprojekte.

Die Vergabe und Ausrichtung von internationalen Sportgroßveranstaltungen solle "strikt an die Beachtung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und Nachhaltigkeit geknüpft sein". Neben bereits nach Deutschland vergebenen Events wie den Special Olympics 2023 in Berlin und der Fußball-Europameisterschaft 2024 werde man "zukünftige Bewerbungen für (...) Olympische und Paralympische Spiele unterstützen, die von diesen Grundsätzen getragen sind und die Bevölkerung rechtzeitig einbeziehen".

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