Carlsen (r.) verpasst Sieg gegen Caruana (l.) - Bildquelle: AFPAFPBen STANSALLCarlsen (r.) verpasst Sieg gegen Caruana (l.) © AFPAFPBen STANSALL

London (SID) - Titelverteidiger Magnus Carlsen hat bei der Schach-WM in London trotz Stellungsvorteilen einen Sieg zum Auftakt aus der Hand gegeben. Der 27-jährige Norweger und sein Herausforderer Fabiano Caruana (USA), der mit den weißen Steinen spielte, einigten sich am Freitagabend nach rund sieben Stunden auf ein Remis. Am Samstag findet Partie zwei statt, dort hat Carlsen den Vorteil von Weiß.

Der 26-Jährige Caruana eröffnete die Begegnung klassisch mit einem Doppelschritt des e-Bauern, Carlsen wählte die scharfe Sizilianische Verteidigung. Auch im Anschluss zeigte sich der Norweger aggressiv in seinem Spiel und setzte seinen Kontrahenten immer weiter unter Druck. Caruana geriet zwischenzeitlich in Zeitnot, rettete sich aber letztendlich in einem langwierigen Turmendspiel noch zu einem Remis.

Carlsen krönte sich 2013 mit 22 Jahren zum zweitjüngsten Weltmeister der Geschichte und hat seinen Titel seither zweimal erfolgreich verteidigt. Er führt seit 2011 die Weltrangliste an, Caruana liegt hinter ihm auf Platz zwei und setzte sich im März beim Kandidatenturnier in Berlin gegen sieben Kontrahenten durch.

Das Preisgeld bei der bis zum 28. November angesetzten Veranstaltung beträgt eine Million Euro. Gespielt werden maximal zwölf Partien mit regulärer Bedenkzeit, wobei das Eröffnungsrecht jeweils wechselt.

Für einen Sieg gibt es einen Punkt, bei Remis erhalten beide Kontrahenten jeweils einen halben. Erreicht ein Spieler vorzeitig 6,5 Zähler, ist das Duell beendet. Bei Gleichstand nach dem zwölften Spiel wird, wie bei der WM 2016 zwischen Carlsen und dem Russen Sergej Karjakin, ein Tiebreak mit verkürzter Spielzeit gespielt.