DOSB-Präsident Thomas Weikert verkündet neue Strategie - Bildquelle: POOL/POOL/SID/TOM WELLERDOSB-Präsident Thomas Weikert verkündet neue Strategie © POOL/POOL/SID/TOM WELLER

Baden-Baden (SID) - Der DOSB will den Sport in Deutschland zum "Motor der Inklusion" machen. Dazu verabschiedete das Präsidium am Donnerstag eine überarbeitete Strategie. "Der Sport ist offen für alle und kann dabei helfen, Barrieren abzubauen. Damit insbesondere Menschen mit Behinderungen sich bei uns willkommen fühlen und passende Angebote finden, müssen Vereine und Verbände bei diesem wichtigen Thema weiter unterstützt werden", sagte Präsident Thomas Weikert.

Der Deutsche Olympische Sportbund will "Orientierung für unser Handeln und das unserer Mitgliedsorganisationen bieten". Im Kern der Maßnahmen stehe "die Überzeugung, dass es vor allem Menschen mit Behinderungen selbst sind, die als Expert*innen auf dem Gebiet der Inklusion agieren und deshalb stets eng mit einbezogen werden sollten", hieß es in der DOSB-Mitteilung.

Maßnahmen des DOSB zur Umsetzung beinhalten unter anderem interne Schulungen zu mehr Barrierefreiheit, die Veröffentlichung von Best-Practice Beispielen zur Durchführung von barrierefreien, inklusiven Sportveranstaltungen, die Durchführung des Buddy-Sportabzeichens im Rahmen der DOSB-Sportabzeichentour sowie eine enge Zusammenarbeit mit Bundesministerien und Behindertenbeauftragten.

Laut Teilhabebericht der Bundesregierung leben in Deutschland mehr als zehn Millionen Menschen mit anerkannter Behinderung. Im Deutschen Behindertensportverband (DBS) sind 490.000 Mitglieder organisiert, gut 100.000 weniger als vor der Coronapandemie. Vor allem fehlende barrierefreie Sportstätten erschweren Menschen mit Behinderung den Zugang zum Vereinsleben. Der DOSB hatte das Konzept "Inklusion im und durch Sport" 2015 erstmals verabschiedet.

Zuvor hatte der DBS Alarm geschlagen. Lediglich in sieben Prozent der über 87.000 Sportvereine in Deutschland gibt es Angebote für Menschen mit Behinderungen. "Das ist erschreckend wenig" sagt DBS-Generalsekretär Stefan Kiefer: "Wie wollen wir glaubhaft Teilhabe und Inklusion im Sport vorantreiben, wenn es nicht einmal in jedem zehnten Sportverein Angebote für Menschen mit Behinderungen gibt?"

Aus dem aktuellen Sportentwicklungsbericht des Bundesinstituts für Sportwissenschaft für die Jahre 2020 bis 2022 geht hervor, dass nur 6300 Sportvereine in Deutschland spezielle Angebote im Programm haben. Zudem stimmten nur elf Prozent der befragten Vereine der Aussage voll zu, dass sie sich für Menschen mit Behinderungen engagieren. "Wir brauchen ein Umdenken", fordert Kiefer. 

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