Die deutschen Winertersportler werden kontrolliert - Bildquelle: PIXATHLONPIXATHLONSIDDie deutschen Winertersportler werden kontrolliert © PIXATHLONPIXATHLONSID

Köln (SID) - Am Donnerstag beginnt mit dem Start des Potenzialanalyse-Systems "PotAS" die Umsetzung der viel diskutierten Leistungssportreform. Das online-gestützte System soll die Grundlage für eine Neuordnung der staatlichen Förderung im deutschen Spitzensport bilden.

Zunächst überprüft PotAS die Wintersportverbände. Deren Verantwortliche müssen in den Themenfeldern "Erfolg", "Leistungspotenzial" und "Struktur" Antworten auf nicht weniger als 151 Fragen aus 16 Haupt- und 53 Neben-Bereichen geben. Diese "Attribute" umreißen nach Meinung der fünfköpfigen PotAS-Kommission und deren Auftraggebern Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) und Bundesinnenministerium (BMI) den idealtypischen Sportverband.

"Wir schauen uns die Rahmenbedingungen der Fachverbände an und versuchen, darauf basierend die Verbände zu professionalisieren und zu optimieren. Wir wollen dadurch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Athleten und Trainer in diesem System den größtmöglichen Erfolg erzielen", sagt der Sportwissenschaftler Urs Granacher von der Universität Potsdam im SID-Interview. Der 44-Jährige leitet die PotAS-Kommission.

Bis zum 22. Mai haben die Verbände Zeit für ihre Antworten. Im September verteilen BMI, DOSB und Ländervertreter in der sogenannten Förderkommission die Gelder für 2019 an die Verbände. Die PotAS-Kommission gibt ihnen die maßgebliche Entscheidungshilfe: Sie teilt die Verbände bis Mitte Juli in drei "Cluster" ein. 

Im Exzellenzcluster erhalten die Verbände die Optimalförderung, im Potenzialcluster fließt schon weniger Geld. Verbände mit wenig oder keinem Potenzial sollen allenfalls eine Grundförderung erhalten. Laut DOSB ist es angedacht, dass auch diese Verbände noch eine Grundversorgung erhalten. Möglich ist jedoch, dass einzelne Disziplinen leer ausgehen.

Er hoffe, sagt Granacher, dass "wir im Sinne eines Qualitätsmanagements eine Leistung erbringen, die letztlich in acht, zehn oder zwölf Jahren Früchte tragen wird". Sportdeutschland solle davon profitieren, dass deutsche Athleten "international erfolgreicher sind als bisher", ergänzt er: "Die Idee ist, das System effizienter und erfolgreicher zu machen." Die Sommersportverbände werden voraussichtlich erst nach den Olympischen Spielen 2020 in Tokio evaluiert.