Anlaufstelle für Spitzensportler eingerichtet - Bildquelle: Athleten Deutschland e.V./Athleten Deutschland e.V./Athleten Deutschland e.V./Anlaufstelle für Spitzensportler eingerichtet © Athleten Deutschland e.V./Athleten Deutschland e.V./Athleten Deutschland e.V./

Berlin (SID) - Der Verein Athleten Deutschland hat unter dem Namen "Anlauf gegen Gewalt" am Montag eine unabhängige Anlaufstelle für Betroffene von psychischer, physischer und sexualisierter Gewalt im Spitzensport in Betrieb genommen. Das von zwei Stiftungen getragene Angebot der Sportlervertretung richtet sich in erster Linie an aktive und ehemalige Bundeskaderathletinnen und -athleten.

"Erstmals gibt es jetzt eine Anlaufstelle für Betroffene, die außerhalb von Verbandsstrukturen existiert und doch im Spitzensport zu Hause ist", sagte die Beachvolleyballerin Karla Borger, Präsidentin von Athleten Deutschland.

Anlauf gegen Gewalt bietet Betroffenen die Möglichkeit zur anonymen telefonischen Fachberatung, schriftlichen Kontaktaufnahme sowie längerfristigen Begleitung durch die Ansprechpersonen. Die Betroffenen können zudem Unterstützung in Form einer rechtlichen und/oder psychotherapeutischen Erstberatung in Anspruch nehmen. Auch Angehörige bzw. Personen, die Gewalt und Missbrauch im Spitzensport beobachtet haben, können sich an Anlauf gegen Gewalt wenden.

Man habe "strukturelle Defizite" bei den bestehenden, teils nicht unabhängigen Anlaufstellen sowie "hohen Bedarf durch Anfragen unserer Mitglieder festgestellt", sagte Tobias Preuß, ehemaliger Wasserballer und Vizepräsident von Athleten Deutschland. Ein bis zwei Anfragen pro Monat seien bereits seit Bekanntwerden der Pläne zur Einrichtung der Anlaufstelle bei Athleten Deutschland eingegangen.

Erreichbar ist die Anlaufstelle telefonisch unter 0800/9090444 oder via Mail unter kontakt@anlauf-gegen-gewalt.org, auch anonyme Meldungen sind möglich. Die telefonischen Sprechzeiten sind montags von 11 bis 14 Uhr und donnerstags von 16 bis 19 Uhr.

Was Preuß betonte: Anlauf gegen Gewalt begegne dem kurzfristigen Handlungsbedarf, könne aber nicht den Aufbau eines unabhängigen Zentrums für Safe Sport ersetzen, zu dem sich die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag bekannt hat, dieses ist aber noch in der Auslotungsphase. Das Zentrum soll Aufgaben in den Bereichen Prävention, Intervention und Aufarbeitung wahrnehmen. Die Anlaufstelle, durch die man einen "standardisierten Prozess" geschaffen habe, werde durch ein Zentrum für Safe Sport somit "nicht obsolet", so Preuß.

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