Die VIVAWEST Marathon Herbst-Challenge findet rund um die ehemalige Zeche No... - Bildquelle: VIVAWESTDie VIVAWEST Marathon Herbst-Challenge findet rund um die ehemalige Zeche Nordstern statt. © VIVAWEST

Gelsenkirchen – Acht Grad sind es, zumindest offiziell. Gefühlt liegt die Temperatur im Gelsenkirchener Nordsternpark aber noch ein gutes Stück tiefer. Hinzu kommen ein paar leichte, aber dennoch unschöne Ausläufer des Sturmtiefs "Ignaz".

Ungemütlich.

Und ohne Frage eine Herausforderung, wenn bei diesen Bedingungen rund um die ehemalige Zeche Nordstern der Startschuss zur VIVAWEST Marathon Herbst-Challenge fällt.

Dass sich wenig später plötzlich doch die Sonne zeigt, passt zum unberechenbaren Herbstwetter, aber auch zur Challenge selbst.

Läufer wollen wieder raus

Denn die veranstaltende MMP Event GmbH musste zwar den eigentlich für Mai vorgesehenen klassischen Marathon – der seit 2013 ausgetragen wird - aufgrund der Corona-Pandemie absagen. Christian Okon, der Geschäftsführer der MMP Event GmbH, berichtete vom Feedback der Lauf-Community, die sich ein neues Konzept gewünscht hatte, da das große Ganze noch nicht möglich sei. "Sie wollten nichts Virtuelles mehr. Sie wollten den Wettbewerb, sie wollten wieder rausgehen, gegeneinander antreten. Das kann die Herbst Challenge bieten."

"Wir wollen das Laufen im Ruhrgebiet weiter hochhalten. Wie schaffen wir es, die Leute trotz der Absage des eigentlichen Marathons zum Laufen in die Natur zu bringen? Das ist uns mit dieser Challenge gut gelungen", sagte Uwe Eichner, der Vorsitzende der Geschäftsführung von Titelsponsor VIVAWEST.

Bürgermeisterin Karin Welge wusste, dass sie beim Thema Bedeutung einer Sportart für die Stadt Gelsenkirchen bei aller Begeisterung für Historie der Veranstaltung, Idee und Konzept im Hinblick auf den FC Schalke 04 ein wenig vorsichtig sein. "Was ich aber sagen kann: Dieser Marathon ist das etablierte Laufereignis für unsere Stadt. Und wir schaffen durch die Challenge als herbstliche Brücke wieder das Wettkampf-Feeling."

Breite Palette an Möglichkeiten

Denn die Veranstalter haben ein Ersatz-Event aufgestellt, mit einem Konzept, das nicht nur coronakonform ist, sondern den Läufern eine breite Palette an Möglichkeiten bietet. Und das sowohl zeitlich als auch sportlich.

Und sogar wettertechnisch.

Denn vom 22. bis 31. Oktober wird im Nordsternpark eine festinstallierte, fünf Kilometer lange Laufstrecke inklusive offizieller Zeitmessung aufgebaut. Mit der Startnummer, in der die Zeitmessung integriert ist, kann man jederzeit starten. Sobald man mit der Startnummer durch den Startbogen läuft, beginnt die Zeitmessung.

Bereits 1.300 Anmeldungen

Heißt: Zehn Tage lang, 24 Stunden am Tag kann man mitten im Ruhrgebiet an den Start gehen und einen Wettkampf absolvieren. Insgesamt stehen den Sportlern somit 222 Stunden zur Verfügung. Gelaufen werden können fünf, zehn, 20 und 40 Kilometer. Zum Startschuss am Freitag verzeichnen die Organisatoren bereits 1.300 Anmeldungen.

Die allererste Fünf-Kilometer-Runde war einer Gruppe vorbehalten, die von Olympia-Teilnehmer Hendrik Pfeiffer und dem früheren Weltklasseläufer und heutigen VIVAWEST-Marathon Botschafter Jan Fitschen angeführt wurde.

Pfeiffer hat gute Erinnerungen an den VIVAWEST Marathon, er stellte 2018 in Anzug und Schlips einen Guinness-Weltrekord im Halbmarathon auf.

Über die Kohlehalden zu Olympia

Mit der Aktion hatte er damals für die duale Karriere, also für die Vereinbarkeit von Leistungssport und beruflicher Ausbildung, werben wollen. Und bereitete sich so sogar auf Olympia 2021 in Tokio vor. "Das war die beste Vorbereitung auf Tokio und die dortigen Temperaturen, die man sich vorstellen kann. Denn damals haben wir ein paar Strategien entwickelt, wie man den Körper kühlen kann", sagte Pfeiffer, für den der Kurs der Herbst-Challenge ein Heimspiel ist.

Er wohnt in Gelsenkirchen und trainiert auf der Strecke. "Die Kohlehalden haben mich zu Olympia gebracht. Sie sind begrünt worden und für mich die ganz wichtigen Laufstrecken, die auch ein paar Höhenmeter haben", sagte Pfeiffer.

Laufen wie ein Olympionike – auch das macht die Herbst-Challenge möglich.

Andreas Reiners

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