Julius Brink gewann 2012 mit Jonas Reckermann die Goldmedaille im Beachvolle... - Bildquelle: imago/HentschelJulius Brink gewann 2012 mit Jonas Reckermann die Goldmedaille im Beachvolleyball. © imago/Hentschel

München – Auch am Rande der Techniker Beach Tour in St. Peter Ording (Sonntag ab 9 Uhr im Livestream auf ran.de, die Finals ab 12 Uhr live im TV auf ProSieben MAXX) gibt es vor allem ein Thema: Die Überprüfung rechtlicher Schritte der deutschen Top-Spielerinnen Kim Behrens und Cinja Tillmann gegen den Deutschen Volleyball-Verband (DVV).

Der DVV hat das deutsche Duo kurzerhand von internationalen Top-Turnieren abgemeldet, um den Startplatz an Nationalteams zu vergeben. Dadurch fehlen den Beiden nicht nur wichtige Ranglistenpunkte im Kampf um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio, auch werden Behrens/Tillmann um die größten Einnahmequellen gebracht.

Walkenhorst: "Das ist asozial"

Beachvolleyballer Alexander Walkenhorst rechnet gegenüber ran.de vor: "Bei zwei Turnieren wurden sie bereits vom Verband abgemeldet. Das sind mindestens 8000 Dollar, die ihnen fehlen." Der Bruder von Olympiasiegerin Kira Walkenhorst hat eine klare Meinung in der Sache: "Das ist asozial. Meiner Meinung nach sollte sich da ein Verband gar nicht einmischen. Am Ende ist es ein sportlicher Wettbewerb und der sollte entscheiden, wer besser ist."

DVV-Sportdirektor Niclas Hildebrand konnte im ran-Interview die Enttäuschung der Spielerinnen verstehen. "Als Privatperson kann ich das sehr nachvollziehen, aber als Sportdirektor hat man manchmal Entscheidungen zu treffen, die unpopulär sind." Trotzdem unterstrich er noch einmal, das bislang keine Klage beim Verband eingegangen sei. Noch befinde man sich also nicht in einem Rechtsstreit.

Auch wenn noch keine offizielle Klage beim Verband eingegangen ist, tippt Walkenhorst darauf, dass "der Prozess den Spielern zu viel Geld kostet und der Verband daher davonkommt. Sollte es aber so sein, starte ich eine Crowdfunding-Aktion für die beiden."

Laut Statuten darf der Verband am Ende entscheiden, welche Teams bei internationalen Turniere für Deutschland die begrenzten Startplätze bekommen, wenn mehrere Duos die Berechtigung hätten. Somit hat Hildebrand keine Angst vor einem Rechtsstreit: "Wenn sie rechtliche Schritte prüfen wollen, dann ist das ihr gutes Recht in einer Demokratie. Wir sind da sehr gelassen." 

Verband ist gelassen, Brink spricht von "Verbandsdoping"

Zu den möglichen Chancen vor Gericht sagt Hildebrand gegenüber ran: "Ich bin kein Jurist, ich bin Sportwissenschaftler. Juristisch entscheidet das ein Richter und wie sagt man so schön: 'Vor Gericht und auf hoher See hilft nur der liebe Gott.'"

Olympiasieger und ranBeachvolleyball-Experte Julius Brink hat zu der Thematik indes eine klare Meinung: "Der DVV führt das aus, was er laut Weltverbandsregeln darf. Ich glaube aber auch, dass beim DVV die Strategie nicht aufgegangen ist, auf welche Teams er für Olympia setzt. Der ganze Prozess ist manipulativ und damit aus meiner Sicht Verbandsdoping."

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