Team Deutschland stellt die Favoriten bei der Bob-WM - Bildquelle: PIXATHLONPIXATHLONSIDTeam Deutschland stellt die Favoriten bei der Bob-WM © PIXATHLONPIXATHLONSID

Köln (SID) - Ab Samstag werden im kanadischen Whistler die Bob-Weltmeister ermittelt. Der SID beantwortet wichtige Fragen zum Höhepunkt des nacholympischen Winters.

Was liegt an?

Ein Jahr nach den Winterspielen von Pyeonchang kämpfen die besten Bobs der Welt auf kleinerer Bühne um wichtige Medaillen: Im kanadischen Whistler werden die Weltmeister gekrönt. Am Samstag und Sonntag deutscher Zeit gehen zunächst die Zweier der Männer und Frauen an den Start, am darauffolgenden Wochenende geht es im Vierer um Gold, Silber und Bronze. Dazwischen gehen zudem die Skeleton-Rennen über die Bühne.

Wie sind die Deutschen aufgestellt?

So gut wie lange nicht. Die Athleten des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) hatten 2018 bei den Winterspielen in Südkorea drei Goldmedaillen in drei Rennen gewonnen, es folgte eine außerordentlich starke Weltcup-Saison: Im Zweierbob gewann Doppel-Olympiasieger Francesco Friedrich jedes einzelne Rennen und schrieb damit Geschichte, im Viererbob gingen sieben von acht Siegen an die deutschen Schlitten. Und auch die deutschen Frauen sind dem Status des Medaillenaspiranten längst entwachsen. Sechs von acht Erfolgen holte das Team um Olympiasiegerin Mariama Jamanka. Damit gehen auch alle Kristallkugeln für den Gesamtweltcup an den BSD.

Wer trägt die größten Hoffnungen?

Ohne Zweifel sticht Francesco Friedrich (Oberbärenburg) heraus, im starken deutschen Kader hat der Sachse eine "Leuchtturmfunktion", sagt Bundestrainer Rene Spies. Doppel-Olympiasieger und Doppel-Weltmeister ist er, seit dem vergangenen Wochenende auch Gesamtweltcupsieger im kleinen und großen Schlitten. An diesem Wochenende schon will Friedrich seinen fünften Zweier-Titel in Serie holen, damit würde er den Rekord des großen Italieners Eugenio Monti (1957 bis 1961) einstellen. Zudem ist er längst nicht mehr "nur" ein Zweierspezialist, auch im Vierer war er bester Mann in dieser Saison. Und wenn Friedrich mal nicht ganz oben stand, dann waren (fast) immer die Teamkollegen da. Nico Walther (Oberbärenburg), Olympiazweiter im Vierer, und Vierer-Weltmeister Johannes Lochner (Stuttgart) holten jeweils einen Sieg in der Königsdisziplin, zudem sorgten sie für acht weitere Podestplätze. Vor allem Mariama Jamanka (Oberhof) gibt indes den deutschen Frauen seit rund einem Jahr ganz neue Möglichkeiten. Dem Sensationsgold von Pyeongchang folgte im Dezember der erste Weltcupsieg, drei weitere holte sie in diesem Winter - und machte am vergangenen Sonntag den Gewinn der Kristallkugel perfekt.

Auf wen muss man international achten?

Vor allem - und eigentlich fast ausschließlich - Justin Kripps wird zugetraut, die deutschen Männer bei ihrer Goldjagd in Whistler auszubremsen. In Pyeongchang wurde er zeitgleich mit Friedrich Olympiasieger im Zweier, in diesem Winter ist er im Vierer der einzige nicht-deutsche Sieger. Zudem genießt der Kanadier in Whistler den im Schlittensport so wichtigen Heimvorteil - allerdings gewann Friedrich auch schon das Weltcupfinale in Calgary und setzte damit ein Zeichen. Bei den Frauen scheint alles auf ein Duell zwischen Jamanka und Titelverteidigerin Elana Meyers Taylor hinauszulaufen. Die routinierte US-Amerikanerin kam in Saisonendspurt immer besser in Schwung und gewann zwei Weltcups.

Wo geht's hin?

Das Whistler Sliding Centre gilt als die schnellste Eisrinne der Welt. Zuletzt taten sich deutsche Schlitten hier schwer, Bundestrainer Rene Spies hat sein Team in einem Lehrgang vor der Saison aber intensiv auf Whistler vorbereitet. Man fühlt sich gut gerüstet beim BSD.